Polizeieinsatz in Michelbach „Im Ewigen Tal“: Schwere Limousinen mit Bonner Kennzeichen stehen vor dem Haus, ein amtliches Siegel verschließt das Garagentor.
Marburg. Es ist noch dunkel an diesem kühlen Oktobermorgen, als Beamte eines Sondereinsatzkommandos vor einem Wohnhaus im „Ewigen Tal“ in Michelbach vorfahren. Eine Nachbarin sieht, wie die Männer, ihre Gesichter verdeckt mit Strumpfmasken, die Köpfe bedeckt mit Sturmhauben, das Gebäude betreten. Das Wohngebiet ist stundenlang weiträumig abgesperrt, wie Nachbarn berichten.
„Das war schon ein wenig gruselig“, sagt die Nachbarin und schüttelt sich ein wenig. Weder sie noch ihr Ehemann können sich einen Reim machen auf diese Aktion. Sie beobachten, wie später ein Mann abgeführt wird, verhüllt mit einer Decke. Kurze Zeit danach, so die Nachbarin, wird eine Frau aus dem Haus zu einem Wagen des Bundeskriminalamtes geleitet und fortgefahren.
Die Hintergründe der Polizeiaktion blieben auch bis Mittwochabend völlig unklar. Bundeskriminalamt und Generalbundesanwaltschaft bekannten sich zwar als zuständig für den Einsatz, verweigerten aber gegenüber der OP jeden Kommentar.
Laut Bundeskriminalamts-Gesetz hat das Bundeskriminalamt die Aufgabe, die nationale Verbrechensbekämpfung in Deutschland zu koordinieren und Ermittlungen bei schwerwiegenden Verbrechen durchzuführen, die in einem Bezug zum Ausland stehen. Es ist auch für die Terrorbekämpfung zuständig.
Was die Beamten in Michelbach suchen, darüber gab es gestern nur Mutmaßungen.
Die Bewohner des durchsuchten Hauses galten bei Nachbarn als freundlich und unauffällig. Sie bewohnen das Anwesen seit gut einem Jahr zur Miete und sollen sich vorher im Ausland aufgehalten haben.
von Till Conrad
Mehr lesen Sie am Donnerstag in der Printausgabe der OP und bereits am Mittwochabend auf Ihrem iPad.
| Städtewetter |
| Ihre Stadt/Ihr Ort |
Tagestemperatur |
|
Nachttemperatur |
|
Regenprognose |
|
Windstärke |
|
Pollenflug |
|