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Gedruckte Orientierung in der Universitätsstadt

Neuer Stadtplan Gedruckte Orientierung in der Universitätsstadt

Viele Änderungen in der Universitätsstadt haben einen aktualisierten Stadtplan erforderlich gemacht. Für 2,80 Euro ist er jetzt erhältlich. Doch wer braucht heute eigentlich noch gedruckte Karten?

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Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Mitte) präsentiert die neu erschienene zweite Auflage des Marburg Stadtplans von Dr. Lutz Münzer (rechts) und seiner Frau Brigitte Münzer.

Quelle: Stadt Marburg

Marburg. „Inwieweit haben gedruckte Karten noch eine Daseinsberechtigung?“ Der für den neuen Stadtplan verantwortliche Kartograph Dr. Lutz Münzer selbst stellte sich diese Frage. Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne) wusste eine Antwort: „Ich glaube, dass es über die ältere Generation hinaus auch bei moderneren, also das Internet vermehrt nutzenden Menschen, Interesse an Karten gibt. Das ist eine ganz andere Erfahrung der Orte als mit Google Maps und Co.“

Doch bräuchte es nicht vielleicht sogar einen Online-Stadtplan von Marburg? Fast jeder Nutzer der kostenfreien Google Maps-Version kennt die Situation, dass manche Orte gar nicht erfasst sind, weil das Kartenmaterial veraltet ist. Oder Adressen falschen Orten zugeordnet werden.

Könnte ein regelmäßig von der Stadt aktualisierter Stadtplan im Internet Abhilfe schaffen? „Bestimmt, aber wir haben im Moment gar nicht die Kapazitäten dafür, es fehlt an ausreichend Online-Personal und die Kosten für Pflege wären zu hoch“, entgegnete Kahle.

Auch ein gedruckter Plan hat seine Vorteile

Daher sei es Abwägungssache, welchen Nutzen ein Online-Stadtplan hätte, wo es doch bereits andere Online-Kartendienste gebe und Steuergeld sorgsam ausgegeben werden müsse.

Auch eine stets aktuelle Internet-Version aus Bürgerinformationen sei schwierig umsetzbar, „denn die Bürgerinformationen müssten immer noch von der Stadt oder mir überprüft werden“, erklärte Münzer. Das binde Kapazitäten unnötigerweise.

Doch auch ein gedruckter Stadtplan bringe Vorteile mit sich. Laut Kahle kann man sich mit einem großen gedruckten Stadtplan einen besseren Überblick über ein Gebiet verschaffen als mit Google Maps auf einem Smartphone. Zudem enthalte die Karte die Linien des Stadtbusverkehrs, den Lahntalradweg und für GPS-Nutzer Koordinatenangaben.

In den letzten vier Jahren seit dem letzten Stadtplan haben sich einige Änderungen ergeben, die einen aktualisierten Stadtplan erforderlich gemacht haben. So ist es im Bereich des Hauptbahnhofes zu Änderungen in der Verkehrsführung gekommen.

Neue Strecken für Rad- und Fußwege

Des Weiteren gibt es neue Strecken für einige Rad- und Fußwege, unter anderem östlich des Hauptbahnhofes und westlich der Adolf-Reichwein-Schule. Außerhalb der Kernstadt gibt es wegen der Erweiterung des Werksgeländes des Görzhäuser Hofs eine neue Straßenführung.

Auch Gebäude haben sich verändert oder sind neu entstanden. Etwa die Sophie-von-Brabant-Schule ist aus der Theodor-Heuss- und der Friedrich-Ebert-Schule hervorgegangen.

„Der Neubau der Chemie auf den Lahnbergen, Änderungen im Bereich des Max-Planck-Instituts, die Interkulturellen Gärten am Unteren Richtsberg fehlen alle auf dem alten Stadtplan“, sagte Münzer. Vieles sei aber auch „Kleckerei“, ob ein Weg eigentlich eine Treppe ist, was Privatgelände und was öffentlich zugänglich ist.

Mit dem Umzug der Tourist-Information Marburg Stadt und Land Tourismus (MSLT) vom Pilgrimstein in das Erwin-Piscator-Haus hatte sich für Münzer der „perfekte Zeitpunkt für die Veröffentlichung“ des Stadtplans ergeben, der weit über 100 Stunden Arbeit gekostet hat.

Erhältlich ist der Plan im Buchhandel und im Parkhaus Oberstadt, nur in der Bahnhofsbuchhandlung nicht. Trotz Münzers Bemühen verkaufen Tankstellen seinen Stadtplan nicht.

von Yannic Bakhtari

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