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Gedränge an den Ständen

Spielzeugbörse Gedränge an den Ständen

Ein Paradies für Schnäppchenjäger: An fast 400 Ständen haben Schüler am Sonntagmittag all das verkauft, aus dem sie herausgewachsen sind oder was sie schlichtweg nicht mehr mögen.

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Verkaufstalente? Leonie und Emily Briel haben mit Hilfe von Peter Rohland bei der Spielzeugbörse viele Gegenstände verkauft, die sie nicht mehr brauchen.

Quelle: Suria Reiche

Marburg. Schon vor einigen Tagen haben Leonie und Emily Briel ihre Zimmer auf Bücher, Spiele, CDs und Klamotten durchforstet, die sie nicht mehr brauchen. „Das ist uns gar nicht schwergefallen. Wenn man nicht mehr mit den Sachen spielt, braucht man sie ja nicht“, sagen die Neun- und Elfjährigen.

Also kann man die Dinge auch einfach auf der Spielzeugbörse in der Großsporthalle am Georg-Gaßmann-Stadion verkaufen, die alljährlich am zweiten Novemberwochenende von der Jugendförderung organisiert wird. Und das bereits seit 32 Jahren.

„Keines unserer Projekte läuft seit so einer langen Zeit“, sagt Fachdienstleiterin Ulrike Munz-Weege. Sie kennt sogar Eltern, die die Spielzeugbörse schon besucht haben, als sie selbst Kinder waren. „Wir haben also quasi zwei Generationen hier“, sagt sie lachend und erzählt von der ersten Spielzeugbörse, die vor ziemlich genau 32 Jahren stattgefunden hat. Damals noch in der Stadthalle. „Und jetzt sind wir in der größten Halle der Stadt“, sagt Lena Rau, pädagogische Mitarbeiterin bei der Jugendförderung Marburg. Für die 31-Jährige ist es in diesem Jahr die sechste Börse, bei der sie aktiv mitwirkt.

Wie der Flohmarkt ins Leben gerufen wurde, weiß sie trotzdem: „Damals war der Flohmarkt am Steinweg gerade am Boomen. Kinder hatten dort aber kaum eine Chance, etwas zu verkaufen“, erzählt sie. Dabei hätten gerade die eine Menge zu verkaufen: Klamotten, aus denen sie herausgewachsen sind, Spielzeug, das mittlerweile out ist.

„Es ist wirklich toll zu sehen, wie die Kinder hier feilschen. Manche von ihnen sind jetzt schon geborene Händler“, sagt Rau.

Auf Emily und Leonie trifft das ganz sicher zu. Schon zwei Stunden nachdem sie ihren Stand aufgebaut und das nicht mehr gebrauchte Spielzeug auf dem Tisch verteilt haben, sind in ihrer Kasse schon mehr als 200 Euro. „Genau haben wir aber noch nicht nachgezählt.“

Aber nicht nur die Einnahmen sind es, die die Spielzeugbörse in der Großsporthalle am Georg-Gaßmann-Stadion zu etwas Besonderem machen. „Die ganze Veranstaltung ist sehr gut organisiert. Es herrscht eine gute Atmosphäre, und alle sind sehr freundlich“, sagt Peter Rohland, der mit Leonie und Emily am Stand steht. Und auch die vielen Stände, an denen Essen und Trinken angeboten wird, haben den Besuchern den Sonntag auf dem Flohmarkt angenehm gemacht.

Am Stand des Kinder- und Jugendparlaments (KiJuPa) konnten Besucher sogar etwas Gutes tun, wenn sie Waffeln kauften: „Das eingenommene Geld wird an das Flüchtlings-Camp in Cappel und eine Schule in Burkina Faso gespendet“, erklärt KiJuPa-Mitglied Julia Hlushkova. Neben dem Verkauf von Waffeln hat das Kinder- und Jugendparlament auch einen Stand, an dem gespendete Spielzeuge verkauft und Spielzeugspenden für das Flüchtlings-Camp abgegeben werden können.

„Wem macht so ein Flohmarkt keinen Spaß?“, ist sich Lena Rau sicher.

von Suria Reiche

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