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Gedenkstein: "Urteil ist hanebüchen"

Denkmal Gedenkstein: "Urteil ist hanebüchen"

Das umstrittene Kriegerdenkmal der Marburger Jäger in Bortshausen beschäftigt weiterhin die Kommunalpolitik.

Marburg. Während die Marburger Linke das Urteil des Verwaltungsgerichts Gießen zur Rechtmäßigkeit des Standorts des Denkmals der Marburger Jäger nicht nachvollziehen kann, bleibt der Ortsvorsteher gelassen.

„Die Urteilsbegründung ist hanebüchen“, sagt Jan Schalauske, Fraktionsvorsitzender der Marburger Linken. Die Juristen hätten sich offensichtlich „nicht die Mühe gemacht, die Geschichte der Marburger Jäger und die Auseinandersetzung um ihre Beurteilung zu berücksichtigen“. Bei dem Stein handele es sich nicht um einen gewöhnlichen Gedenkstein, sondern um „ein ahistorisch platziertes Kriegsdenkmal, ohne jeglichen Ortsbezug“. Die Gerichtsentscheidung sei aber auch „eine Watsche“ für den Magistrat, da dieser einst eine „unglückliche Rolle bei der Aufstellung des Steins“ spielte. „Ich bin gespannt, wie die Verantwortlichen bei der Stadt nun dem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung aus dem Jahr 2012, nach der der Stein zurückgebaut werden muss, gerecht werden wollen.“

„Das Urteil ist zweifelsohne ein Rückschlag für die vielen Menschen, die sich gegen die unsinnige Aufstellung des Kriegerdenkmals und die Geschichtsverklärung durch die Jägerkameraden gewehrt haben“, sagt Schalauske, der weiteren Widerstand auch gegen „Geschichtsverklärung“ ankündigt.

Die Marburger Jäger zeigten sich nach der Entscheidung des Verwaltungsgerichts indes zufrieden.

Im Ortsbeirat, der sich demnächst mit dem neuen Urteil befassen wird, nimmt man die neuerliche Debatte zur Kenntnis. „Das war, ist und bleibt ein diffiziles Thema. Sicher gibt es bessere Standorte als ein Gartengrundstück - vielleicht ja der Friedhof in Marburg - aber im Grunde muss man auch mal sagen, dass die Bortshäuser Bewohner dieser ganzen Debatte rund um das Denkmal ziemlich neutral bis distanziert gegenüberstehen“, sagt Bernd Zieske, Bortshausens Ortsvorsteher auf OP-Anfrage.

von Björn Wisker

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