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Gedenken an beliebten Theologen

Akademische Gedenkfeier Gedenken an beliebten Theologen

Zahlreiche Weggefährten des im Oktober 2012 im Alter von 51 Jahren überraschend verstorbenen Marburger Theologie-Professors Friedrich Avemarie kamen zur akademischen Gedenkfeier.

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Mehr als 200 Gäste kamen zur akademischen Gedenkfeier für den im Oktobetr 2012 verstorbenenen Theologie-Professor Frierich Avemarie. Foto: Nadine Weigel

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Eine gut gefüllte Alte Aula sei üblicherweise ein Anlass zur Freude. Das gelte in diesem Falle nicht, machte Professor Jörg Lauster, der Dekan des Fachbereichs Evangelische Theologie, in seiner Ansprache deutlich. Denn es war ein trauriges Ereignis, das mehr als 200 Gäste zusammenführte: Am 13. Oktober vergangenen Jahres, unmittelbar vor dem Beginn des Wintersemesters, verstarb Professor Friedrich Avemarie im Alter von nur 51 Jahren an einem Herzinfarkt. „Viel zu früh ist der Kollege im vergangenen Herbst gestorben“, sagte der Dekan. Bereits kurz danach veranstaltete der Fachbereich Theologie eine Trauerfeier in der Universitätskirche.

Jetzt schloss sich zum Ende des Wintersemesters ein weiteres Gedenken an. Immerhin sei es den Anwesenden jetzt noch möglich, mit der akademischen Gedenkveranstaltung dem Verstorbenen ihre Wertschätzung zu bekunden. Neben den Angehörigen und Freunden von Avemarie waren auch zahlreiche Professoren, Mitarbeiter und Studierende des Fachbereichs Theologie erschienen.

Lauster erinnerte in seiner Rede daran, dass er noch kurz vor Avemaries Tod über die Vorbereitung eines gemeinsamen Seminars an der Universität geredet habe. Der verstorbene Theologe habe sich durch „methodische Strenge und wissenschaftliche Redlichkeit“ ausgezeichnet.

„Der plötzliche Tod von Avemarie traf den Fachbereich und die gesamte Universität“, sagte Uni-Vizepräsident Professor Harald Lachnit. Er erinnerte daran, dass Avemarie im Sommersemester 2002 in Marburg die Professur für Neues Testament und Antikes Judentum angetreten habe. Noch im Sommersemester 2001 habe der Marburger Professor einen „ehrenvollen Ruf“ an die Universität Tübingen abgelehnt und sich zusammen mit seiner Familie für einen Verbleib an der Uni Marburg entschieden.

Friedrich Avemarie habe sich nicht nur als international anerkannter Forscher, sondern durch ein außergewöhnliches Wirken als akademischer Lehrer ausgezeichnet. Seine Seminare seien bei den Studierenden sehr beliebt gewesen, verdeutlichte der Vizepräsident. Zudem habe er sich sehr für den Studentenaustausch mit ausländischen Universitäten eingesetzt. Seit dem Sommersemester 2012 war Avemarie auch Studiendekan am Fachbereich Theologie. „Klugheit und Bescheidenheit, Integrität und Unbestechlichkeit“: das seien die hervorstechenden Charakterzüge des Theologen gewesen, sagte Lachnit.

„Der Tod von Avemarie bedeutet auch für die evangelische Kirche eine großen menschlichen und fachlichen Verlust“, sagte Dr. Martin Hein, der Landesbischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. Über sein Fachgebiet hinaus habe der Verstorbene zwischen unterschiedlichen theologischen Positionen vermitteln können. In zwei Fachvorträgen würdigten die Professoren Jörg Frey (Zürich) und Anders Klostergaard Pedersen (Aarhus) das wissenschaftliche Werk Avemaries, das Fragment bleibt.

von Manfred Hitzeroth

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