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Gebaut für 300 Schüler, heute sind es 100

50 Jahre Gerhart-Hauptmann-Schule Gebaut für 300 Schüler, heute sind es 100

Als die Gerhart-Hauptmann-Schule (GHS) im Jahr 1964 gegründet wurde, befand sich die Bundesrepublik noch mitten im sogenannten "Babyboom".

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Beim Festakt sang der Kinderchor der Gerhart-Hauptmann-Schule.Foto: Marcus Hergenhan

Marburg. Die Stadt Marburg wuchs rasend schnell und der Neubau war dringend notwendig, „um die weiteren Schulen zu entlasten,“ wie Stadträtin Dr. Kerstin Weinbach (SPD) zur Eröffnung der GHS-Jubiläumsfeier am Freitag bemerkte. Dennoch wurde der Platz knapp, „wir hatten damals annähernd 300 Schüler, die Klassen waren randvoll, teilweise 35 Kinder pro Raum, das kann man sich heute kaum noch vorstellen“, erklärte Schulleiterin Bettina Göller.

Seitdem hat sich viel verändert, die Schule liegt nicht mehr am Rand der Stadt, sondern fast schon zentral, doch das Wachstum hat nachgelassen. „Seit dem ,Pillenknick‘ der 70er Jahre haben sich unsere Schülerzahlen ab den 80er Jahren auf etwa 100 eingependelt und natürlich wird heute viel mehr darauf geachtet, dass die Klassengröße bei etwa 20 bleibt“, sagte Göller.

Diese Entwicklung führte natürlich zu einem gewissen Leerstand auf der Anlage, sodass man sich entschloss, diese Kapazitäten der Hansenhausgemeinde zur Verfügung zu stellen, eine „bundesweit einmalige Zusammenarbeit,“ wie Weinbach anerkennend feststellte. Sichtlich zufrieden, zeigte sich darüber auch der Vorsitzende der Gemeinde Hans-Joachim Wölk, der zusammen mit vielen weiteren Besucher zu den Feierlichkeiten gekommen war.

Auch die Schulamtsdirektorin Jutta Wagner freute sich über den anhaltenden Erfolg dieser Zusammenarbeit und lobte in ihrer Ansprache besonders die „hervorragende Verknüpfung der Schule mit dem anliegenden Kindergarten und diversen Jugendförderungseinrichtungen wie der Kunstwerkstatt, dem Jugendwaldheim oder auch der Stadtbücherei und Sportvereinen.“ Das gerade junge Kinder heute die „Lust am Lernen“ ganz selbstständig entdecken können, „ist ein großer Gewinn, denn der Namensgebende Dichter Gerhart Hauptmann, hatte seinerzeit mit dem sehr strikten Schulsystem Preußens sehr zu kämpfen“, betonte Wagner.

Reise in die Vergangenheit

Schuldirektorin Göller hatte gemeinsam mit den Kindern und Lehrern für die Gäste eine kleine Reise in die Vergangenheit vorbereitet: Verteilt auf zwei Schulräume gab es Klassenfotos in chronologischer Reihe bis zurück zum Jahr 1964 zu bestaunen, ergänzt um handschriftliche Auszüge aus der Schulchronik.

Natürlich darf bei einer Jubiläumsveranstaltung neben dem nostalgischen Blick zurück, auch der Hinweis auf zukünftige Entwicklungen nicht fehlen. Dementsprechend verkündete Göller am Ende ihrer Rede: „Wir freuen uns sehr, dass die Neugestaltung unseres Schulhofes mit der Bereitstellung der Planungsgelder in diesem Jahr einen großen Schritt vorangekommen ist, mittlerweile nutzen über 80 Prozent unserer Kinder das nachmittägliche Betreuungsangebot bis 17 Uhr und wir möchten ihnen dementsprechend, natürlich auch weiterhin eine angenehme Spiel- und Lernatmosphäre bieten können.“

von Marcus Hergenhan

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