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G 8 ist im Kreis ein Auslaufmodell

Schulserie G 8 ist im Kreis ein Auslaufmodell

Die heimischen Gymnasien wollen ab dem Schuljahr 2013/2014 wieder nach dem alten Modell weiterarbeiten. Hessenweit haben längst noch nicht alle Schulen ihren Weg entschieden.

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Nur an der Gesamtschule Niederwalgern können die neuen Schüler der Jahrgangsstufe 5 nach G 8 oder G 9 unterrichtet werden. Möglich macht dies die flexible Unterstufe.

Quelle: Götz Schaub

Marburg. Im Dezember 2012 entschieden CDU, FDP und die Grünen im hessischen Landtag, dass es auch Gymnasien erlaubt werden soll, sich zwischen G 8 und G 9 zu entscheiden. Die Grünen stimmten bewusst mit, weil sie für mehr Wahlfreiheit eintraten.
In Marburg und Umgebung hat es sich allerdings für die Eltern von Schülern, die im Sommer ins fünfte Schuljahr kommen und damit die Schule wechseln werden, bis auf eine Ausnahme mit der Wahlfreiheit schon erledigt. In einer Serie will die OP von den Schulen erfahren, warum sie sich für G 9 entschieden haben und wie die künftige Arbeit aussehen wird.

Erneute Reform der Schulpolitik möglich

Die Ausnahme ist übrigens die Gesamtschule Niederwalgern, die über ihre flexible Unterstufe praktisch beide Formen anbieten kann.
Während also hierzulande die Würfel schon zum neuen Schuljahr gefallen sind, haben sich anderenorts Schulen offensichtlich dazu entschlossen, erst einmal abzuwarten. Die Schulen aus den vier größten hessischen Städten nach Frankfurt, also Offenbach, Darmstadt, Wiesbaden und Kassel bleiben, was das neue Schuljahr angeht, geschlossen bei G 8. Ob sie erst einmal die Landtagswahl im Herbst abwarten wollen, sei dahingestellt. Im Falle eines Wahlsieges der SPD könnte es aber in der Tat sein, dass die Schulpolitik in Hessen einmal mehr reformiert wird. 
Was die Schulen in den genannten vier hessischen Städten geballt anbieten, ist aufs gesamte Bundesland gesehen völlig unüblich. Denn nach ersten Auswertungen kehrt von den 107 Gymnasien fast jedes zweite zu G 9 zurück.
Dabei gibt es auch noch eine andere Möglichkeit für die Schulen, die im Landkreis aber nicht wahrgenommen wurde: In einem Modellversuch können Schulen auch G8 und G9 parallel anbieten. Dafür muss die Schule mindestens vier Klassen pro Jahrgangsstufe aufnehmen, die dann im Optimalfall in zwei G-8-Klassen und zwei G-9-Klassen eingeteilt werden, aber auch im Verhältnis eins zu drei an den Start gehen dürfen. Der Einstieg kann zum Schuljahr 2013/14 oder 2014/15 ab Jahrgang 5 oder 6 oder 7 erfolgen, wenn alle Gremien und Institutionen zustimmen. Alle Gremien und Institutionen sind die Gesamtkonferenz, die Schulkonferenz, der Schülerrat und Schulelternbeirat sowie Schulträger und das Staatliche Schulamt.
In Hessen entschieden sich bisher elf Schulen für diesen Weg. Allein drei davon sind in Fulda zu finden.

Edertalschule entscheidet sich für Modellversuch

Mit dabei ist auch das Gymnasium Edertalschule in Frankenberg, auf das auch Schüler aus dem hiesigem Nordkreis gehen.
Diese Entscheidung eröffnet Schülern der jetzigen Klassen 5 und 6 wieder nach G 9 zu wechseln. Aber nur, wenn mindestens eine G-8-Klasse erhalten bleibt. Gelingt dies nicht, müssen alle bei G 8 bleiben. So oder so haben die Schüler der Klassen 5 und 6 wenigstens die Chance zu wechseln. Bei Gymnasien, die sich wieder für G 9 entschieden haben, ist das nicht möglich, weil es vom Gesetz her nicht vorgesehen ist. Dagegen protestiert seit einigen Wochen schon eine Elterninitiative hessenweit und nutzt zur Sammlung von Unterschriften verschiedene mediale Wege und hält Unterstützer per E-Mail-Nachrichten auf dem Laufenden.
Die Initiative hofft, dass die Masse an Unterschriften, es sind mehr als 27 000, im Landtag Eindruck macht und es noch pünktlich vor dem neuen Schuljahr zu einer Veränderung der Gesetzeslage kommt. 
Als „überwältigende Welle“ zurück zu G9 hat die schulpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Heike Habermann die Entscheidung der Gymnasien zur Rückkehr zur sechsjährigen Mittelstufe bezeichnet. Und sie legt auf dem Hessenportal des SPD-Landesverbandes nach: „Ganz offensichtlich war der Leidensdruck in den Schulen so groß, dass sie die Herausforderung beherzt angepackt haben. Denn einerseits mussten die Schulen de facto in wenigen Wochen G9-Konzepte entwickeln und die erforderlichen Beschlüsse vorbereiten und fassen und andererseits hat die Landesregierung keinerlei praktische Unterstützung für die Schulen geboten.“
Anders das Urteil der FDP. Hessen habe nun eine „bundesweit vorbildliche Schulvielfalt“, sagte Fraktionschef Wolfgang Greilich.
„Vor Ort“ bröckelt die Überzeugung vom Erfolg. Die CDU im Marburger Stadtparlament hat bekanntlich dafür geworben, dass die jetzigen Fünft- und Sechstklässler spätestens ab Klasse sieben wieder nach G9 beschult werden sollen.

von Götz Schaub

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