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Fummel-Fahrer sehen die Rote Karte

Verkehr Fummel-Fahrer sehen die Rote Karte

Kampf gegen Taxi-Tatscher: Um nach Partys oder Kinobesuchen Übergriffe auf Frauen in den Autos zu verhindern, starten Unternehmer mit der Stadt Marburg und dem Landkreis eineSicherheits-Aktion.

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Die Taxi-Unternehmerin Sandra Gojic (20, l.) garantiert Mädchen wie Samya Peter (16), dass sie in ihren Autos sicher ist vor Fummel-Fahrern. Gemeinsam mit Stadt Marburg und Landkreis kämpft sie gegen sexuelle Übergriffe in Mietautos. Foto: Björn Wisker

Marburg. Anlächeln, anbaggern, anfassen: „Belästigungen speziell in Taxis gibt‘s immer wieder, das berichten uns viele Mädchen“, sagt Christa Winter, Frauenbeauftragte der Stadt. Die Behörden gehen, neben den wenigen bekannten Fällen, von einer hohen Dunkelziffer nicht gemeldeter Übergriffe aus. Im Arbeitskreis Prävention entstand, vor allem aufgrund einer Attacke auf ein Mädchen im Frühjahr 2012, die Idee, das Mitfahren in Mietautos künftig sicherer zu machen.

„Sexuelle Gewalt, gerade in Alltagssituation ist weiterhin ein Tabuthema“, sagt Johanna Sachschal vom Verein Wildwasser, der eine Beratungsstelle in der der Wilhemlstraße unterhält. Das nun gestartete Taxi-Sicherheitsprojekt rücke ein Problem in den Mittelpunkt, „das absolut real ist“.

Wimmelt es in Marburgs Taxis von Fummel-Fahrern? Gegen diesen Generalverdacht wehren sich sowohl die Unternehmer als auch die Projektinitiatoren. „Die Aktion richtet sich nicht nur auf oder gegen Fahrer. Vielmehr sollen diese auch wachsam sein, etwa, wenn sie Übergriffe von Fahrgästen auf der Rückbank bemerken“, sagt Karsten McGovern (Grüne), stellvertretender Landrat und für die Umsetzung des Projekts im Landkreis zuständig.

Jedes Auto erhält eine Kennzahl zur Identifikation

„Gerade wenn jemand nach einer Party zu viel getrunken hat, haben wir eine Pflicht, denjenigen sicher nach Hause zu bringen“ sagt Lydia Brunett vom Taxi Ruf Wehrda. Um das Verantwortungsgefühl der Mitarbeiter zu stärken, sie zu sensibilisieren seien mitunter spezielle Schulungen nötig, ergänzt Brunett. „Die Fahrer sollen nun etwa immer solange warten, bis Mädchen die Haustüre aufgeschlossen haben und in Sicherheit sind.“

Jedes Taxi der beteiligten 15 Unternehmen - acht aus der Stadt, sieben aus dem Landkreis - erhält eine individu-elle Kennung: Rote Sticker mit einer Zahl kleben an Handschuhfach sowie von außen und innen sichtbar auf der Heckscheibe. Ein Anruf bei der Zentrale oder Polizei genügt, um die Problem-Fahrer zu identifizieren. „Das soll auch das subjektive Sicherheitsgefühl der Fahrgäste stärken“, sagt Winter.

von Björn Wisker

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