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Fürs Klima: Stadt wechselt Lampen aus

Kommunalpolitik Fürs Klima: Stadt wechselt Lampen aus

Die Lampen-Pläne des Magistrats sind so gut wie fix: Bis August 2015 wird ein Großteil aller Leuchten in der Stadt ausgetauscht, LED installiert. Unklarheit herrscht über die Helligkeit und Farbe des neuen Lichts.

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Bis August 2015 sollen 4000 Lampen in Marburg auf LED-Leuchten umgerüstet werden – nur in der Oberstadt nicht. Archivfoto: Richter

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Etwa 4000 Leuchten werden ab Jahresende ausgewechselt - vor allem die Laternen in den Außenstadtteilen sollen nach Plänen des Magistrats umgerüstet werden. Vorerst ausgenommen von der Lampen-Offensive bleiben große Teile der Innenstadt, etwa Universitätsstraße und Oberstadt. Zum einen, weil in den Einkaufsstraßen die Lampen erst vor kurzem ausgetauscht wurden. Zum anderen, weil „das Ambiente der Oberstadt, das durch das gelbliche Licht entsteht, erhalten werden muss“, wie Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) sagt. Denn: Wie genau Helligkeit und Farbe des Lichts aussehen, wie es im Stadtbild wirkt, sei trotz aller gesammelten Erfahrungen nicht ganz klar. Für Marburg liegen die Gesamtkosten für den Tausch bei etwa drei Millionen Euro; 1,5 Millionen erstattet das Land zurück, wenn die Umrüstung bis zum Sommer 2015 abgeschlossen ist.

„Das ist ein nicht unerhebliches Investitionsvolumen. Man stellt sich die Frage, ob wir nicht andere Probleme in Marburg haben, die sich mit so viel Geld angehen lassen“, sagt Andrea Suntheim-Pichler (Bürger für Marburg). Die Grünen argumentieren mit dem Klimawandel. „Der macht vor Marburg nicht Halt, also müssen wir auch hier etwas ändern. LEDs leisten einen Beitrag zur Umweltfreundlichkeit“, sagt deren Fraktions-Chef Dietmar Göttling. Suntheim-Pichler kontert: „Das Stadtklima würde sich eher verbessern, wenn man Dinge wie die Parkplatz-Problematik oder Sanierung der Marburger Straße anpackt.“

In einigen Jahren Pflicht

Laut Vaupel habe die Stadt „eine große Chance, die man sich nicht entgehen lassen darf“. Denn: In einigen Jahren werde die Umrüstung schon aus Naturschutzgründen Pflicht, jetzt könne man als „bundesweiter Vorreiter“, wie das Stadtoberhaupt sagt, eine Millionenförderung abschöpfen. „Ein sinnvoller Schritt“, sagt Wieland Stötzel (CDU). Auch die Marburger Linke hält den stadtweiten Lampen-Austausch für „unterstützenswert“.

Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne) erläutert, dass in den vergangenen Jahren 400 Lampen in der Universitätsstadt auf die LED-Techno-logie umgerüstet worden seien: An allen Fußgängerüberwegen (2011), am Krekel (2012) und im Kaufpark Wehrda (Anfang 2014). Weitere 200 folgen - unabhängig von der mit Fördermitteln finanzierten Lampen-Offensive - 2015.Gegenüber herkömmlichen Quecksilberdampf- oder den moderneren Natriumdampf-Leuchten verbrauchen LED-Leuchten bis zu 80 Prozent weniger Energie. Nach Angaben des hessischen Wirtschaftsministeriums entfallen im Schnitt mehr als ein Drittel des Stromverbrauchs in Städten auf die Straßenbeleuchtung. Der Magistrat rechnet damit, dass sich die Investition für die Umrüstung in sieben Jahren amortisiert hätte.

von Björn Wisker

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