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Für faire Löhne und mehr Solidarität

Mai-Demonstration Für faire Löhne und mehr Solidarität

Eine Botschaft zum 1. Mai: Das Thema Mindestlohn ist noch lange nicht abgehakt. So geht es etwa um die Arbeitsbedingungen von jungen Arbeitnehmern und Leiharbeitern.

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Pit Metz (von links), Marianne Winter, Dr. Ulf Immelt, Ralf Schrader, Sebastian Durben, Peter Böcher und Joke Reuvers werben für die DGB-Veranstaltung zum 1. Mai in Marburg.

Quelle: Götz Schaub

Marburg. Die Baustellen werden nicht weniger, die Entschlossenheit, sie zu beseitigen, hingegen immer vehementer. Zum Tag der Arbeit am 1. Mai stellen Gewerkschafter ein Wort in den Mittelpunkt: Solidarität. Und es bewegt sich was: Die DGB Jugend verstärkt ihr Engage­ment, will deutlich Flagge zeigen und sich Gehör verschaffen. Deshalb gehört die erste Ansprache bei der traditionellen Mai-Demonstration durch Marburg ihnen. Direkt am Startpunkt um 11 Uhr am DGB-Haus.

Sebastian Durben von der DGB-Jugend möchte dafür kämpfen, dass Jugendliche unter 18 Jahren nicht von der Mindestlohn-Regelung ausgeschlossen werden und alle Auszubildenden eine Mindestausbildungsvergütung erhalten. Letztendlich sieht Durben keinen Grund dafür, dass es noch Ausnahme­regelungen zum Mindestlohn gibt. „Warum sollen Langzeitarbeitslose, die in Beschäftigung kommen, in den ersten sechs Monaten weniger verdienen dürfen, als es der Mindestlohn vorgibt?“ Das sei eine klare Diskriminierung.

Durben ist positiv gestimmt. Nach Jahren des Rückzugs habe er in Marburg im studentischen Umfeld eine Wieder­belebung der DGB-Jugend festgestellt. „Wir wollen nicht einfach nur gegen etwas sein, wir wollen sagen, wofür wir einstehen.“ DGB-Organisationssek­retär Dr. Ulf Immelt sagt: „Der Mindestlohn ist nur der erste Schritt, die Forderungen greifen weiter. Es muss tarifliche Regelungen auch für Leiharbeiter geben“, nennt er ein weiteres Nahziel. Denn: „Es kann einfach nicht sein, dass ein Leiharbeiter für die selbe Arbeit geringer entlohnt wird als ein regulärer Mitarbeiter der Firma.“

Gedanken zu einer solidarischen Welt

Der Niedriglohnsektor könne generell nicht als die Lösung angesehen werden, Menschen in Arbeit zu bringen. „Gute Arbeit, faire Löhne“, sagt dazu Pit Metz, Vorsitzender des DGB-Kreisverbands. Ein großes Thema ist für ihn auch die Absenkung des Rentenniveaus auf 42 Prozent. „Wir brauchen eine solidarische Rentenversicherung, in der alle einzahlen. Ziel ist ein Rentenniveau von mindestens 50 Prozent, besser noch mehr.“

Ralf Schrader von den DGB-Senioren, die traditionell das Programm der Gewerkschaften am Vorabend eröffnen, sagt: „Von selbst korrigiert sich nichts. Wir müssen also selbst den Druck aufbauen.“ Es gehe auch darum, den Sinn zu schärfen für eine solidarisch ausgerichtete Gesellschaft. Dazu werde Gastredner Professor Frank Deppe, der der Partei Die Linke angehört, sprechen.

 
Programm

Samstag, 30. April: Die DGB-Senioren präsentieren „Konzentration & Entspannung“ ab 18 Uhr im Kulturzentrum Waggonhalle mit Musik der JazzRobots und einer Ansprache von Professor Frank Deppe zum Thema „Chancen für eine solidarischere Welt – Herausforderungen der Gewerkschaften heute“.

Sonntag, 1. Mai: Demonstration: 11 Uhr Start am DGB-Haus, Bahnhofstraße 6. Gemeinsamer Gang zum Marktplatz. Dort wird Pit Metz, Vorsitzender des DGB-Kreisverbandes Marburg-Biedenkopf, sprechen. Anschließend Weiterzug zum Maifest ab 12.30 Uhr auf dem Elisabeth-Blochmann-Platz. Dort wird zur Mai-Rede Armin Schild von der IG Metall erwartet. Zudem haben Landrätin Kirsten Fründt und Marburgs Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies Grußworte zugesagt. Die Moderation übernimmt Dr. Ulf Immelt. Für musikalische Unterhaltung sorgen Dunja & the Chickenshakes. Verpflegungsstände sowie Infostände der Gewerkschaften und befreundeter Organisationen runden das Angebot ab. Für Kinder wird es eine Hüpfburg geben.

von Götz Schaub

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