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Für eine waffenfreie Welt

Osterspaziergang Für eine waffenfreie Welt

Die Themen der Marburger Friedensaktivisten reichten beim diesjährigen „Osterspaziergang“ vom Ukraine-Konflikt bis hin zum Kriegerdenkmal in Bortshausen.

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Am Deserteurs-Denkmal an der Frankfurter Straße hielten die „Osterspaziergänger“ eine Kundgebung ab.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. „Wir marschieren für die Welt, die von Waffen nichts mehr hält“, singt Frank Becker, der den Protestzug mit seiner Stimme und Gitarrenmusik tatkräftig unterstützt. Er singt Lieder der Friedensbewegung. „Aus den 80ern; damals kamen noch Zehntausende zusammen“, sagt er im OP-Gespräch. Mehr als 150 Friedensaktivisten treffen sich an diesem kalten Ostermontag in Marburg. Das Bündnis „Nein zum Krieg“, das die Demo samt Kundgebungen veranstaltet, ist zufrieden. So viele Besucher kamen auch in den Vorjahren, und aufgrund der Semesterferien und Feiertage könne man nicht mit den Massen rechnen.

Ostermarsch Marburg. Foto: Thorsten Richter (thr)

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Pazifisten, Antimilitaristen, Antiimperialisten: DGB-Gewerkschaftssekretär Dr. Ulf Immelt erklärt zu Beginn, dass unterschiedliche Gruppen an dieser Veranstaltung teilnehmen. „Uns vereint die Ablehnung der aktuellen deutschen Außenpolitik“, betont Immelt. Während Friedensaktivisten in anderen Städten aus Tradition am Begriff Ostermarsch festhalten, haben sich die Marburger seit einigen Jahren auf den „Osterspaziergang“ verständigt - Sänger Frank Becker kommt aus Lichtenfels, genießt bei seinem Gastauftritt künstlerische Freiheit und besingt die Märsche. Eine weitere Marburger Besonderheit ist, dass die Veranstalter neben den bundespolitischen und internationalen Themen auch lokale Schwerpunkte setzen.

Wieder Thema: Kriegerdenkmal in Bortshausen

So kommt das Plakat „Nein zum Kriegsdenkmal in Bortshausen“ und auch die seit mehreren Jahren andauernde Debatte über eine Gedenktafel, das Kriegerdenkmal des Vereins „Kameradschaft Marburger Jäger“ wieder an die Öffentlichkeit. Wichtig ist den Veranstaltern auch, auf die zahlreichen Konfrontationen weltweit hinzuweisen. Und diese sollen aber nicht als Anlass für Waffenlieferungen oder Kriegseinsätze betrachtet werden, sondern als Anlass für eine Verpflichtung zur Friedenssicherung. Symbolisch beginnt der Osterspaziergang vor dem Hessischen Staatsarchiv am Friedrichsplatz, wo alliierte Truppen vor 70 Jahren Marburg von den Nazis befreiten. Geschichte, Gegenwart und Zukunft sind im Blick der Pazifisten. Auch die Ukraine-Krise wird beim Marburger Osterspaziergang thematisiert. Ihr Nein zu Rüstungspolitik, einem neuen Kalten Krieg, Rassismus und Atomkraft verdeutlichen die Marburger Osterspaziergänger mit bunten Transparenten, Liedern und Gedichten. Bewegende Stille herrscht am Deserteurs-Denkmal an der Frankfurter Straße, wo noch nach 1945 das Hakenkreuz zu sehen war, wie Pit Metz, DGB-Kreisvorsitzender erklärte. Als Frank Becker das Antikriegslied „Es ist an der Zeit“ von Hannes Wader singt. Einige singen mit, andere schauen andächtig zu Boden. Kräftigen Applaus gibt es wenig später für Redner, die die deutsche Außenpolitik kritisieren. Der Spaziergang endet gesellig - im Haus der Ortenberggemeinde, wo Metz und Mitstreiter Gulaschsuppe auftischen.

von Anna Ntemiris

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