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Für Solidarität mit Griechen, gegen Spaltung Europas

Kundgebung Für Solidarität mit Griechen, gegen Spaltung Europas

Nein zur deutschen Politik gegenüber Griechenland, Ja zu der Bevölkerung im Süden Europas: Rund 120 Menschen demonstrierten am Donnerstagabend auf dem Marktplatz.

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Rednerin Ulrike Eifler vom DGB warb für Hilfsprojekte und die Zusammenarbeit mit Griechen.

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. Zum dritten Mal hatten Dr. Johannes M. Becker und Jan Schalauske zu einer Solidaritätskundgebung für die Menschen in Griechenland eingeladen. Diesmal sehr kurzfristig - einen Tag vorher. Es kamen rund 120 Männer und Frauen - Gewerkschafter, Sympathisanten der Linken, aber auch schlicht Menschen, die die Lage in Griechenland bedrückt und die sich mit den Hellenen solidarisch zeigen wollen. „Wir sind ratlos. Die schwindende Hoffnung bedrückt uns, auf der anderen Seite gibt es aber auch eine wachsende Solidarität“, fasste Becker die Gefühlslage vieler zusammen.

„Ich bin entsetzt über diese Eiseshärte der deutschen Regierung, die nur die linke griechische Regierung klein halten will“, so Dietlind Maier-Metz, eine der Demonstrantinnen im OP-Gespräch. Charlotte Bernard ergänzte: „Das Absurde ist, dass selbst der Internationale Währungsfonds einen Schuldenschnitt fordert.“ Athen sei von Brüssel spätestens seit dem vergangenen Wochenende seiner Souveränität beraubt worden. Das Land stehe quasi unter dem Protektorat nicht demokratisch gewählter Finanzinstitutionen, so Becker.

Ulrike Eifler vom DGB Südosthessen erklärte: „Seit fünf Jahren wird Griechenland ausgeplündert und zu einem Land der Dritten Welt gemacht.“ Mehrere Redner sprachen von einem Unterwerfungsdiktat und der Erpressung Griechenlands. Den Herrschenden in Europa gehe es nicht um den Abbau von Schulden, sondern um die Abrechnung mit einer linken Regierung, damit sie keine Nachahmer in Europa finden solle. Die von der Bundesregierung und Brüssel betriebene Politik spalte Europa.

Während der Kundgebung kam der Entschluss, eine Solidaritäts-Gruppe zu gründen. Diese trifft sich nun erstmals am nächsten Mittwoch ab 18 Uhr im DGB-Haus in der Bahnhofstraße. Man wolle überlegen, ob man den Schwerpunkt auf Hilfsmaßnahmen für die verarmte Bevölkerung lege, auf Projekte zur Selbsthilfe oder den politischen Protest, hieß es. Becker kündigte an, dass man auch dem künftigen OB Dr. Thomas Spies (SPD) Druck machen wolle, der im OP-Interview erklärt hatte, die nächste Partnerstadt Marburgs sollte eine griechische Unistadt sein.

Dr. Ulf Immelt vom DGB Marburg betonte: Solidarität mit den Griechen bedeute nicht Solidarität mit den Oligarchen oder der dort im Parlament vertreten Partei der Rechtsradikalen. Eine Zusammenfassung der Ereignisse in Griechenland gab Professor Aris Christidis aus Gießen.

von Anna Ntemiris

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