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„Fühlen uns wohl in Kontrolleurs-Rolle“

Interview mit Dr. Hermann Uchtmann „Fühlen uns wohl in Kontrolleurs-Rolle“

Vor der Kommunalwahl am 6. März sprach die OP mit Dr. Hermann Uchtmann, dem Spitzenkandidaten der Marburger Bürgerliste.

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Dr. Hermann Uchtmann ist Spitzenkandidat der Marburger Bürgerliste für die Kommunalwahl am 6. März. Foto: Thorsten Richter

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. OP: Mit welchen Argumenten wollen Sie die Wählerinnen und Wähler davon überzeugen, am 6. März die Marburger Bürgerliste zu wählen?

Dr. Hermann Uchtmann: Es ist uns in der vergangenen Legislaturperiode des Öfteren gelungen, die Regierenden zu kontrollieren und Fehlverhalten aufzudecken. Ich denke da an die ungeklärten Vorgänge im Zusammenhang mit den städtischen Versicherungen, an die Interessensverquickung zwischen wirtschaftlicher Betätigung und Mandat etwa im Naturschutzbeirat und insbesondere an den unsäglichen Umgang mit dem Wählerwillen. Die Einrichtung der Ortsbeiräte in der Innenstadt ist vom Wähler abgelehnt worden - aber Rot-Grün führt sie ein. Wir haben dies konsequent thematisiert und angegriffen. Dies hat dazu geführt, dass wir gelegentlich als der Buhmann dastanden, aber das spricht nur für konsequente Oppositionsarbeit.

OP: Welche inhaltlichen Schwerpunkte haben Sie sich für die kommende Legislaturperiode vorgenommen?

Uchtmann: Wir wollen die Konzepte der künftigen Koalition in der Verkehrspolitik kontrollieren. Die Bürgerinnen und Bürger sind die wahren Experten in Sachen Verkehr. Sie müssen viel intensiver gehört und beteiligt werden. Der Verkehrsversuch in der Nordstadt muss abgebrochen werden. Und ich bin noch nicht davon überzeugt worden, dass eine Tiefgarage in Stadthallennähe tatsächlich nicht finanzierbar ist. Die Parkplatznot in der Innenstadt könnte durch das Konzept des früheren OB Vaupel gelöst werden. Er hat aufgezeigt, wo noch Parkplätze möglich sind. Wir wollen außerdem, dass die Marburger Wirtschaft gute Rahmenbedingungen vorfindet. Hier dürfen SPD und Grüne keine Hemmschuhe anlegen. Besonderen Wert muss die Koalition auf das Verhältnis zur Universität legen.

OP: Zentrales Thema in der Stadtentwicklungspolitik wie in der Verkehrspolitik wird zunehmend die Anbindung der Lahnberge an die Innenstadt. Sind Sie dafür, dass auf den Lahnbergen ein neuer Stadtteil entsteht?

Uchtmann: Ich bin dafür, dass auf den Lahnbergen zusätzliche Infrastruktureinrichtungen entstehen, etwa Einkaufs-möglichkeiten für die Kliniksbeschäftigten und die Studenten. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass hier in nennenswertem Umfang zusätzlicher Wohnraum entstehen kann - auch wenn die Errichtung der neuen Stadthalle und der Bau des Unicampus mit Universitätsbibliothek und Sprachatlas die Innenstadt überfordern. Hier müssen aber andere Lösungen her.

OP: Unter welchen Voraussetzungen können Sie sich eine Mitarbeit der Marburger Bürgerliste in der künftigen Stadtregierung vorstellen?

Uchtmann: Wir fühlen uns ganz wohl in der Rolle des Kontrolleurs und haben diese Rolle gut ausgefüllt. Zunächst mal müssten die anderen auf uns zukommen. Ganz sicher werden wir, egal in welcher Rolle, auf die Entwicklung von Konzepten für Bürgerbeteiligung drängen. Hier herrscht Verbesserungsbedarf. Der Bürger darf bei Informationsveranstaltungen nicht nur fertige Konzepte vorgesetzt bekommen, sondern muss vor wichtigen Entscheidungen wirklich mitdenken und mitreden dürfen. Eine Mitarbeit unserer Liste im hauptamtlichen Magistrat ist aber ausgeschlossen.

von Till Conrad

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