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Fründt fordert Respekt in der Debatte

Neujahrsempfang des Landkreises Fründt fordert Respekt in der Debatte

Beim Neujahrsempfang des Landkreises stand am Wochenende das Ehrenamt im Mittelpunkt. Landrätin Kirsten Fründt hat sich in ihrem Jahresausblick außerdem klar gegen Rechtspopulismus positioniert.

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Sprach beim Neujahrsempfang des Landkreises Marburg-Biedenkopf in der Heinrich-Weber-Halle in Kirchhain: Landrätin Kirsten Fründt.

Quelle: Thorsten Richter

Kirchhain. Eine große Fülle an Themen hat Landrätin Kirsten Fründt in ihrer mehr als einstündigen Rede beim Neujahrsempfang 2017 angesprochen. Nachdem sie und der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow die rund 700 Gäste in der Heinrich-Weber-Halle in Kirchhain persönlich begrüßt hatten, hielt Fründt zunächst Rückschau auf ein ereignisreiches Jahr. Dabei ging die Landrätin etwa auf den Radverkehrsplan ein, auf die Bürgerbeteiligung und auf den Klimaschutz, ebenso wie auf das Thema Gesundheit, das der Kreis zusammen mit der Stadt Marburg in den nächsten Jahren in den Fokus rücken will. Viel Lob und Wertschätzung fand Fründt immer wieder für die Ehrenamtlichen im Kreis. Dazu gehören die Flüchtlingshelfer, die weiterhin gebraucht würden, „denn die eigentliche Integrationsarbeit liegt ja noch vor uns. Und diese muss uns gelingen“.

Beim Neujahrsempfang des Landkreises in der Kirchhainer Heinrich-Weber-Halle stand am Wochenende das Ehrenamt im Mittelpunkt.

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Für Gelächter sorgte die Landrätin, als sie auf die Kommunalwahlergebnisse zurückblickte und das „Stühlerücken im Kreistag“. In ihrem Ausblick stellte sie die Vermutung an, dass auch bei den Bundestagswahlen im September neue Farben in den Bundestag einziehen werden. Wenn die Wähler so entscheiden, müsse die AfD akzeptiert werden. Das „menschenverachtende Programm“ von Björn Höcke hingegen dürften Demokraten nicht unwidersprochen hinnehmen.

„Die nationalistischen Tendenzen machen mir ernsthafte Sorgen“, ging Fründt auch an anderer Stelle auf das Thema Rechtspopulismus ein. Sorge bereite ihr auch, was sie derzeit von Donald Trump höre und lese. „Wir brauchen gerade jetzt nicht weniger, sondern mehr Europa.“ Von ihren Zuhörern bekam sie dafür großen Applaus.

Investitionen ins Gesundheits- und Landratsamt

In diesen Zusammenhang der „internationalen Vernetzung“ stellte die Landrätin auch ihre umstrittene Japanreise. Ein Ergebnis seien etwa Gespräche über den Bau eines Nahwärmenetzes in der Gemeinde Kuzumaki mit einem Unternehmen aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf als Partner.

Auch forderte Fründt mehr Respekt im Miteinander ein: Die politische Auseinandersetzung solle im Parlament, im Dialog mit den Bürgern stattfinden, „nicht in Gerichtssälen oder im Briefkasten des Regierungspräsidenten“ - auch wenn dies das gute Recht der Bürger sei. Sie verurteilte dabei Beleidigungen in „der vermeintlich politischen Auseinandersetzung“ in sozialen Netzwerken.

Investieren muss der Landkreis laut Fründt künftig kräftig in das Gesundheitsamt und das Landratsamt. Beide Gebäude seien in die Jahre gekommen. Eine Arbeitsgruppe befasse sich 2017 mit der Sanierung.

Gespräche bei Suppe und Eis

Für musikalische Kurzweil rund um die Rede sorgten „Tim Geitz und Band“ von der Europaschule Gladenbach, die Jagdhornbläser des Reit- und Fahrvereins Ebsdorfer Grund, das Duo Salzbauer aus Biedenkopf und die Band „The Dearly Bought“. Dabei entsponnen sich Gespräche unter den Besuchern bei Suppe vom DRK und Eis von Damms Hof. Dabei freute sich Dr. Anne Stack vom Marburger Verein für Selbsthilfe und Betreuung über die Würdigung des Ehrenamtes. Allerdings, sagte sie, müssten politische Lösungen her - etwa in der Altenhilfe. Günther Majewski vom Förderverein Sichertshausen sah beim Empfang viele Menschen gewürdigt, „die es verdient haben“. Die Rede der Landrätin lobte er dabei als „inhaltlich gut, aber sehr lang“.

von Patricia Grähling

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