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Lahnberge

Früher topmodern, heute marode Auslaufmodelle

Die naturwissenschaftlichen Bauten der Uni auf den Lahnbergen gelten heutzutage nur noch als teure „Energieschleudern“. In den 70er Jahren wurden sie als europaweit vorbildlich bewertet.

Die Gebäude des Fachbereichs Chemie der Uni Marburg am Mehrzweckgebäude auf den Lahnbergen wurden im „Marburger Systembau“ errichtet.

© Thorsten Richter

Marburg. Dem „Marburger Bausystem“ widmet Karin Berkemann in der aktuellen Nummer der Zeitschrift „Denkmalpflege und Kulturgeschichte“ einen Hauptartikel. Denn immerhin wurden mit dem Bau der naturwissenschaftlichen Gebäude auf den Lahnbergen Maßstäbe gesetzt: Verwendet wurde das erste Fertigteilkonzept im bundesdeutschen Hochschulbau. „Bis in die europäische Fachpresse avancierten die Bauten auf den Lahnbergen zum Vorbild für ein kluges, rationelles Bauen“, schreibt Berkemann.

Bereits Anfang der 60er Jahre hatten Planer des Universitäts-Bauamtes das „flexible, variable Fertigteilsystem“ entwickelt. Es sollte ein schnelles und einfaches Bauen für die Auslagerung der Medizinbauten und der naturwissenschaftlichen Gebäude von der Innenstadt auf die Lahnberge ermöglichen.

Zwei Konstanten sollten charakteristisch werden für das Bausystem: die Mehrgeschossigkeit und die Skelettbauweise. Ansonsten wurden standardisierte und kostengünstige Fertigteile aus Stahlbeton schnell miteinander verbunden.

von Manfred Hitzeroth

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