Volltextsuche über das Angebot:

25 ° / 14 ° wolkig

Navigation:
Frühchen sollte durch Narkosemittel sterben

Tatverdächtige festgenommen Frühchen sollte durch Narkosemittel sterben

Eine Krankenschwester des Marburger Uniklinikums soll in der vergangenen Woche einem Säugling auf der Frühchen-Station unerlaubt Narkosemittel verabreicht haben. Die Klinik hatte den verdächtigen Vorfall umgehend der Kriminalpolizei gemeldet. Seit Samstag sitzt eine Verdächtige in Untersuchungshaft. Inzwischen hat sie sich zu den Vorwürfen geäußert.

Voriger Artikel
Rosenmontagszug abgesagt - Umleitung aufgehoben - Linienbusse fahren
Nächster Artikel
„Die sind dann noch wie verliebt“

Weil sie einem Frühchen in der Marburger Uni-Klinik Narkosemittel verabreicht haben soll, nahm die Polizei am Samstag eine Tatverdächtige fest.

Quelle: Kumm

Marburg. Medizinische Untersuchungen hatten nicht erklärbare, erhöhte Werte eines Narkosemittels im Blut eines 30 Tage alten Mädchens ergeben. Aufgrund von intensiven kriminalpolizeilichen und staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen noch am Freitag und Samstag erfolgte am Samstagabend die vorläufige Festnahme einer Tatverdächtigen.

Der Haftrichter erließ auf Antrag der Staatsanwaltschaft Marburg am Sonntagnachmittag einen Haftbefehl wegen des dringenden Tatverdachts des versuchten Totschlags. Der Gesundheitszustand des betroffenen Säuglings ist derzeit stabil. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und Polizei dauern an.

Die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Oberstaatsanwätin Ute Sehlbach-Schellenberg, teilte mit, dass es sich bei der Festgenommenen um eine Beschäftigte des Uniklinikums handele. Sie habe inzwischen ausgesagt - die Tat aber bislang nicht gestanden.

Ermittler gleichen Schichtpläne ab

Die Staatsanwaltschaft untersucht, ob es womöglich weitere ähnliche Vorfälle, womöglich Tötungen, auf der Frühchenstation des UKGM gegeben hat. Weitere Angaben zur Identität der Verdächtigen werde die Staatsanwaltschaft nicht machen.

Bei der tatverdächtigen Mitarbeiterin handelt es sich nach OP-Informationen um eine Krankenschwester, die auf der Station eingesetzt wurde. Die Zeitpunkte von Todesfällen auf der Station und die Schichtpläne werden nun offenbar miteinander verglichen.

Dabei soll offenbar auch die Möglichkeit in Betracht gezogen werden, dass es sich bei der Täterin oder dem Täter um eine andere Person als die Festgenommene handelt. Dass es sich bei der Vergiftung des 30 Tage alten Frühchen mit Narkosemitteln um einen Unfall oder einen Zufall handelt, schließen Experten offenbar aus.

Das UKGM sicherte der Staatsanwaltschaft jegliche Unterstützung bei der Aufklärung der Tat zu. Sprecher Frank Steibli wollte sich aber zunächst gleichfalls nicht zum Sachverhalt äußern.

Das UKGM sagte der Staatsanwaltschaft umfassende Unterstützung bei der Aufklärung der Tat zu. Es hatte am Montagmorgen mitgeteilt, dass bei einem Frühchen zwei Narkosemittel 
im Blut festgestellt wurden. Weitere Informationen wollte UKGM-Sprecher Frank Steibli nicht geben. Der Chef der Kinderklinik, Professor Rolf Maier, war am Montag nicht zu erreichen. Dem Kind geht es nach einer zwischenzeitlichen Krise inzwischen wieder besser.

von Till Conrad

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
"Frühchen-Fall"
Laut eines Berichts der BILD-Zeitung sollen die Proben ausgewertet und die entsprechenden Substanzen in geringer Menge nachgewiesen worden sein. Dies bestätigte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft nicht. Foto: dpa

Im Fall der schweren Medikamentenvergiftung bei einem in der Marburger Kinderklinik geborenen Frühchen hat die Staatsanwaltschaft Marburg weitere Ermittlungsschritte eingeleitet.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr