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Frohes Fest! Gewalt und Terror zum Trotz

Editorial Frohes Fest! Gewalt und Terror zum Trotz

Die Welt scheint in diesen  Tagen, in diesen Wochen aus den Fugen geraten. In welchem Ausmaß sich die Ereignisse in den vergangenen Monaten überschlugen, wie sehr sich Krisen zuspitzten, wird uns bewusst, wenn wir das Jahr im Zeitraffer an uns vorbeiziehen lassen. Dabei ist die Welt schon viel länger aus den Fugen. Wir haben vielleicht nur zu fest die Augen verschlossen.

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Zauber des Lichts: Der kleine Thore aus Albshausen freut sich auf sein zweites Weihnachtsfest.

Quelle: Foto: Nadine Weigel

Der Schrecken in der Welt war lang weit genug weg. Aus der abstrakten Gefahr ist nun immer öfter eine zum Greifen nahe Bedrohung geworden. Städte markieren die folgenschweren Spuren, die Terror, Krieg und Vertreibung innerhalb von kaum mehr als  einem Jahr auch vor unserer Haustür hinterlassen haben: Paris, Köln, Brüssel, Nizza,  München, Ansbach, Freiburg, zuletzt Berlin.

Chefredakteur Christoph Linne über Weihnachten in einer von Krisen erschütterten Welt.

Quelle:

Die Bilder der Trauer gleichen sich. Kerzen für die Toten und Verletzten, Fahnen auf Halbmast. Tröstende Worte und tiefe Anteilnahme für die Familien und Freunde der Opfer. Wir ahnen, dass diese Bilder auch zu unserem Alltag gehören könnten und wollen das zugleich nicht wahrhaben. Wir möchten  vielmehr, dass unsere Gesellschaft offen und frei bleibt. Zugleich wollen wir uns und unsere Liebsten in Sicherheit wissen und die Welt besonnen zu einem besseren Ort  machen. Dahinter steckt eine große Sehnsucht. Die Sehnsucht, dass die Menschheit der Vernunft näher kommt, die Gesellschaft gerechter wird, wir Halt finden. Und dass wir bei allem Unheil die Hoffnung darüber nicht verlieren, dass sich diese Sehnsucht einmal erfüllt.

Angesichts der unruhigen Zeiten mag bei manchem keine fröhliche Weihnachtsstimmung aufkommen. Für mich ist die Hoffnung auf bessere Zeiten der beste Grund dafür, sich genau deshalb auf Heiligabend und Weihnachten zu freuen.

Hoffnung und Zuversicht sind für Christen zentrale Motive der Weihnachtsgeschichte: In der Finsternis der Nacht wird Jesus geboren. Sein Leben wirft neues Licht auf eine Welt, die geprägt ist von Nächstenliebe und Barmherzigkeit.

Seine Botschaft: In dem Kampf zwischen Licht und Finsternis, zwischen Recht und Unrecht – der sich durch die Menschheitsgeschichte hindurchzieht –, hat am Ende Gott das letzte Wort. Das befreit uns nicht von der Verantwortung, unsere Gesellschaft gemeinsam zu gestalten. Das bewahrt uns auch nicht vor Verwundbarkeit im Ringen um gemeinsame Werte. Aber es gibt uns die Chance, einem Weg zu vertrauen, der uns gemeinsam in die Zukunft führt.
Ein starker Anlass zur Hoffnung.

In diesem Sinne: Frohe Weihnachten!

von Christoph Linne

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