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Frieden in der Welt

Schulprojekt Frieden in der Welt

Wie kann Frieden verwirklicht werden? Gemeinsam mit Religionslehrer Dr. Holger Speier gingen Schüler der Kaufmännischen Schulen Marburg dieser Frage nach. Ergebnis ist eine Geschichtensammlung.

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Das Buchcover.

Marburg. In der modernen medial geprägten Welt der westlichen Gesellschaften verblasst immer mehr die Erinnerung an den Wert der Religionen als Friedensstifter und als Quelle der Versöhnung. Diesen Eindruck hat der Religionslehrer Dr. Holger Speier gewonnen. „Dabei bieten alle Religionen einen wahren Schatz an Hilfestellungen und Anleitungen an, wie Frieden in der Welt verwirklicht werden kann“, sagt er. In einem Unterrichtsprojekt versuchten 50 Schüler der Kaufmännischen Schulen Marburg (KSM), diesen Schatz zu bergen.

Christen, Muslime, Juden und Buddhisten helfen mit

Gemeinsam mit dem Religionslehrer beschäftigten sich Schüler des Beruflichen Gymnasiums, der Fachoberschule und des Fremdsprachensekretariats mit dem Wert, den Religionen in ihrem eigenen Leben oder dem anderer Menschen haben. „Die Idee für das Buch kam mir während einer Unterrichtsreihe“, sagt Speier.

Der Beitrag der Religionen zur Versöhnung und zum Weltfrieden“ - unter diesem Titel lasen die Schüler Texte und interviewten Vertreter der großen Weltreligionen, widmeten sich aber auch dem Shintoismus, einer ethnischen Religion, die ausschließlich in Japan praktiziert wird, oder dem Bahaitum, einer Religion mit etwa fünf Millionen Anhängern, die vorwiegend in Indien, Afrika und Amerika leben. Ihre Bemühungen gipfelten in sehr persönlich verfassten Beiträgen, die Speier gesammelt, redigiert und auf 176 Seiten in einem Sammelband herausgegeben hat. Er trägt den Titel „Gott heißt Versöhnung. 50 Marburger Schülerbeitrage für den Frieden“. „Ich habe während dieses Projektes so viele schöne Beiträge von den Schülern erhalten, da dachte ich mir, dass es eine tolle Idee wäre, diese zu veröffentlichen“, sagt Speier.

An der Veröffentlichung beteiligten sich neben der Stadt Marburg finanziell auch der Evangelische Kirchenkreis Marburg, die Lutherische Pfarrkirchengemeinde St. Marien Marburg, die Katholische Kirche Marburg und Fronhausen, die Freie evangelische Gemeinde Marburg, die Ahmadiyya Muslim Jamaat Marburg, die Islamische Gemeinde Marburg, die Jüdische Gemeinde Marburg und das Buddhistische Shambhala Zentrum Marburg. Speier: „Dies ist ein ermutigendes Zeichen ökumenischer und interreligiöser Verbundenheit.“

Die KMS beteiligte sich ihrerseits finanziell, indem sie jedem Schüler, dessen Beitrag veröffentlicht wurde, ein Buchexemplar schenkte und Marketingkosten für den Vertrieb der Bücher übernahmen.

Eine der Autorinnen, Schülerin Pia Brants, greift in ihrem Beitrag Fragen der Integration, des Miteinanders von Menschen unterschiedlicher Herkunft auf. Sie beschreibt ein Erlebnis im Zug, bei dem sich einer der Fahrgäste für einen Flüchtling einsetzt und ihm so die Strafgebühr für das Fahren ohne Ticket erspart (siehe Leseprobe).

„Gott heißt Versöhnung. 50 Marburger Schülerbeiträge für den Frieden“ ist als Paperback-Ausgabe im Buchhandel zum Preis von 29,95 € erhältlich unter ISBN 978-3-668-19140-2. Der Verkaufserlös kommt der Schülervertretung der KSM zugute und soll der Umsetzung neuer Projekte dienen.

von Pauline Pfister

Leseprobe: „Warum zum Beispiel herrscht eigentlich so ein unausgesprochener Krieg zwischen dem Schaffner und dem Flüchtling, der seit zwei Wochen jeden Morgen in den Zug einsteigt, mit dem ich zur Schule fahre? (....) Er kommt vielleicht aus Syrien, aber mit Sicherheit kann ich sagen, dass er kein Christ ist. Er hat ein Tattoo des Hilal, also einer Mondsichel mit Stern, das bekannteste Symbol des Islams, auf dem Handgelenk.“

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