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Freundschaft über Kontinente hinaus

Denkmal in Marburg Freundschaft über Kontinente hinaus

Hoher Besuch aus Fernost. Japans Vizekonsul Take­tsugu Ishihara hat sich in Marburg in das Goldene Buch eingetragen und die Einweihung des Denkmals zu Ehren der Opfer der Tsunami-Katastrophe und des Fukushima-Unglücks miterlebt.

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Die Marburger Gastgeber stellen sich mit ihren Gästen aus Fernost beim Fukushima-Denkmal zum Gruppenfoto.

Quelle: Sonja Achenbach

Marburg. „Japan ist so weit weg“, sagte der japanische Vizekonsul Taketsugu Ishihara im Historischen Rathaussaal in Marburg. Aber auch 10000 Kilometer entfernt löste die Katas­trophe im März 2011 Bestürzung aus, die Menschen auf der ganzen Welt fühlten mit Japan. Das Land in Fernost lag den Marburgern schon vor Fukushima am Herzen.

Oberbürgermeister Egon Vaupel erinnert sich: Die Grünfläche eines Verbindungsweges zwischen der Ufer- und der Deutschhausstraße sollte schöner werden. Daher wollten die Initiatoren dort einen kleinen japanischen Garten entstehen lassen. Anlässlich der Tsunami-Katastrophe und des Fukushima-Unglücks wurde dann eine Ergänzung zu diesen Planungen vorgenommen: Ein Denkmal sollte an die vielen Opfer und das Leid erinnern.

Ideengeber für dieses Projekt ist Jörg Chylek, stellvertretender Vorsitzender des Vereins „Alles im Biegen“. In seiner Rede machte er deutlich, dass „die Entfernung in Kilometern“ in diesem Fall nicht wichtig ist. „Durch Tschernobyl konnten viele ahnen, was die Menschen in und um Fukushima erwartet.“ Für Deutschland sei diese Katastrophe das Symbol für die Energiewende, ordnete Karsten McGovern, Erster Kreisbeigeordneter des Landkreises, die Geschehnisse vom 11. März des Jahres 2011 ein.

Schlimme Katastrophe verändert das ganze Leben

Als direkte Folge auf das Erdbeben im Meer vor der japanischen Region Tohoku wurde ein Tsunami ausgelöst, durch den mehrere Tausend Menschen starben und durch dessen zerstörerische Kraft die Katastrophe im Kernkraftwerk von Fukushima ausgelöst wurde. „Wenn ich heute an diese Katastrophe denke, empfinde ich große Trauer“, sagte Ishihara. Mehr als 16000 Menschen fanden den Tod und noch heute sind über 3000 Opfer vermisst gemeldet, berichtete er.

Der Landkreis Marburg-Biedenkopf versucht, in dieser Not zu helfen. Im vergangenen Jahr verbrachten dank der Spenden von 30000 Euro insgesamt 18 japanische Schüler aus der Katastrophen-Region einen Urlaub im Landkreis. „In Japan mussten die Schüler viel auf die Strahlung achten und konnten daher nicht richtig draußen spielen“, erzählte der Vizekonsul. Er sei sehr glücklich gewesen, dass sie in Marburg und Umgebung „wieder Ruhe finden konnten“. Daher sei es für ihn eine „große Ehre und Freude“, auch anlässlich der Eröffnung des Fukushima-Denkmals dabei sein zu dürfen.

Oberbürgermeister Egon Vaupel freute sich, den Vertreter Japans im Historischen Rathaussaal begrüßen zu dürfen. Bei dieser Gelegenheit unterschrieb Vizekonsul Ishihara im Goldenen Buch der Stadt.

Und dabei nutzt OB Vaupel die Gelegenheit, einen Profi zur Kontrolle der japanischen Schriftzeichen zu Gast zu haben. Taketsugu Ishihara konnte die Zweifel aber entkräften: „Ich habe es gleich zu Anfang nachgelesen“, sagte der Gast aus Japan. Von der Darstellung einer großen Welle durch Glasbruchsteine zeigten sich die Vertreter von Stadt und Land beeindruckt. Vaupel kündigte an, sich das Denkmal in der Dämmerung ansehen zu wollen. Durch die Beleuchtung entfaltet das Denkmal erst dann seine volle Wirkung.

von Sonja Achenbach

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