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Freund übt Kritik an geringer Anteilnahme

Zum Tod von Albert Hainer Freund übt Kritik an geringer Anteilnahme

Schelte für Cappeler Vereinsmitglieder: Nach dem Tod von Albert Hainer kamen kaum Trauernde zu dessen Beerdigung – und das, obwohl er zahlreiche Organisationen in der Stadt jahrelang finanziell unterstützte.

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Albert Hainer verstarb am 27. Dezember 2015.

Quelle: Archiv

Cappel. Tod am Geburtstag: In dem Moment, als Hainer 98 Jahre alt wurde, verstarb er – es war der 27. Dezember vergangenen Jahres. Doch außer der trauernden Familie, Verwandten, engsten Freunden und noch lebenden Weggefährten, interessierte den Tod des Cappeler Urgesteins offenbar wenige. Selbst jene Vereinsmitglieder nicht, die von Hainer – als spendablem Vereinsförderer –  jahrelang Geld für die Möglichkeit zur Ausübung ihrer Hobbys bekamen.

„Zur Beerdigung war das alles wohl vergessen worden, die letzte Ehre erwiesen ihm nur ganz wenige“, sagt Bernhard Hermann , ein Freund des Verstorbenen im OP-Gespräch. In zahlreichen Cappeler Verein en war der 98-Jährige als aktives oder finanziell förderndes Mitglied registriert. Unter anderem im Fußball-, Feuerwehr-, Geflügelzucht-, Verkehrs- und Männergesangverein sowie im Kegelclub des Turnvereins. Es sei wohl so, sagt Hermann, dass „ein Mensch nur zuzeiten  seiner Beitragszahlung geachtet wird“.

Hermann kritisiert die Haltung vieler Cappeler, vor allem dem mehrere Hundert Aktive und Mitglieder zählenden FSV: „Was seid ihr nur für Vereine!? Schade, schade, schade.“ Gerade vom Fußballklub habe er mehr sichtbare Anteilnahme in Form von zahlreicher Anwesenheit bei der Beerdigung erwartet, immerhin sei Hainer besonders im Fußballverein engagiert gewesen. „Das ist sehr bedauerlich, wir haben das intern vergeigt. Das hängt aber leider auch mit der unglücklichen Uhrzeit zusammen“, sagt Rüdiger Schmeltzer, FSV-Vorsitzender. Der Verein werde sich aber in den nächsten Tagen nochmal speziell an die Familie des verstorbenen Ur-Cappelers wenden.

Hainer, dessen Familie ursprünglich aus dem Westerwald stammt und der im Zweiten Weltkrieg in Kriegsgefangenschaft geriet, war Besitzer des Geschäfts „Elektro-Hainer-Radio“. Als Elektroinstallateur hatte er sich gemeinsam mit seinem Vater Fritz nach dem Weltkrieg selbstständig gemacht. Den Laden führte er bis zum Ruhestand mit seiner Frau Margarethe (Heirat: 1947).

von Björn Wisker

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