Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 5 ° Regenschauer

Navigation:
Freier Zugang zu „schönen Künsten“

Neue "Kulturschule" Freier Zugang zu „schönen Künsten“

Als eine von sechs hessischen Schulen kann sich die Gesamtschule Richtsberg über eine Zertifizierung des Hessischen Kultusministeriums zur „Kulturschule“ freuen.

Voriger Artikel
Die Stadt der depressiven Professoren
Nächster Artikel
6 Millionen Euro für einmaliges Zentrum

Wulf-Michael Kuntze, Abteilungsleiter Qualitätsentwicklung des Hessischen Kulturministeriums (von links) und Angela Federspiel, Referentin für kulturelle Bildung, übergaben das Zertifikat an das Kollegium: stellvertretender Schulleiter Marcus Kauer, Peter Driehsen, Cornelia Picht,Wiebke Struckmeier, Schulleiter Thomas Ferber, Dörthe Gerhardt und Peggy Becker vom Förderverein.

Quelle: Ina Tannert

Marburg. Zahlreiche Vertreter prämierter Schulen aus Hessen versammelten sich zur Zertifizierung der zweiten Staffel des Programms „Kulturschule Hessen“ im Schloss Rauischholzhausen – darunter die Gesamtschule Richtsberg, die „für ausgezeichnete kulturelle Schulentwicklung“ vom Hessischen Kultusministerium zur Kulturschule zertifiziert wurde.

Bei der Schule aus Marburg beeindrucke insbesondere, dass diese „einen entwaffnenden pädagogischen Enthusiasmus vorlebt, den die Schüler mit großem Vertrauen und erstaunlicher Verantwortungsübernahme erwidern“, sagte Wulf-Michael Kuntze, Abteilungsleiter „Qualitätsentwicklung, schulformübergreifende Bildungsaufgaben“ des Hessischen Kultusministeriums, der die Zertifikate überreichte. Die als Kulturschulen anerkannten Institutionen leben vor, „wie die bildenden Potenziale von Kultur zur optimalen Förderung aller Kinder und Jugendlichen beitragen können“, sagte Kuntze.

Das Konzept der Kulturschule mit dem Leitbild „eine Kunst für jeden“ setzt auf kulturelle Praxis in der Schulentwicklung, fördert vielseitige Angebote von sinnlich-kreativem Lernen und ästhetischer Bildung. Als eine von 21 zertifizierten Kulturschulen in Hessen profitiert die Gesamtschule Richtsberg für die nächsten Jahre von dem Förderprogramm. „Wir sind sehr stolz, ich freue mich für alle Schüler und Lehrer“, zeigte sich Schulleiter Thomas Ferber begeistert. Teil des Konzepts sind neben einer kulturellen Unterrichtsgestaltung die vom Ministerium finanzierte Weiterbildung der Lehrkräfte in diesem Bereich sowie die Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern.

Die Ganztagsschule am Richtsberg entwickelte in den vergangenen drei Jahren ein eigenes Konzept mit kulturellem Schwerpunkt: Weitgreifende strukturelle Veränderungen, ein deutlich höheres kulturelles Angebot und der Ausbau der sinnlich-ästhetischen Unterrichtsgestaltung spinnt sich seitdem „als roter Faden durch die Schulentwicklung“, erklärte der stellvertretende Schulleiter Marcus Kauer.

Kooperationen zwischen Schule und Bildungspartnern

Dieser Prozess habe eine völlig andere Lernsituation geschaffen, dabei viel von der Schule verlangt, fand im Kollegium jedoch umgehend Anklang – alle 60 Lehrkräfte stimmten sofort zu, lobte die Schulleitung. Angebote gibt es in den Bereichen Kunst, Theater, Tanz, Film, Literatur und Musik, wobei der kulturelle Schwerpunkt in sämtlichen Fächern, etwa auch im Sport oder der Naturwissenschaft, Eckpunkte setzt.

Das Zeitraster des Unterrichts wurde komplett verändert, alle Arbeitsgruppen finden nun am Vormittag statt, der normale Schulunterricht davor und danach bis in den Nachmittag hinein. Es entstanden mehrere offene Kulturbereiche, die komplett von den Schülern selber verwaltet werden. „Es geht um freien Zugang für alle, die Schüler haben zusätzlich zum Unterricht jederzeit die Möglichkeit teilzunehmen“, sagt Kauer. Im Zusammenhang mit dem Kulturschule-Programm entwickelten sich zudem zahlreiche Kooperationen zwischen Schule und Bildungspartnern in Marburg. Nach dem Motto „jedem Kind eine Kunst“ soll der am Richtsberg sehr unterschiedlichen Schülerschaft so Zugang zu künstlerischen Ausdrucksformen und kulturellen Angeboten ermöglicht werden, um die verschiedensten sozialen Hintergründe auszugleichen. „Das Programm bewegt, Schüler wie Lehrer sind sehr motiviert, das Bild der Schule als Lernort hat sich geändert – das macht die gesamte Schule lebenswerter“, lobte der Schulleiter.

von Ina Tannert

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr