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Frankreich ohne Afrika keine Siegermacht

Ausstellung Frankreich ohne Afrika keine Siegermacht

Die Ausstellung „Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg“ wird durch den Marburger Weltladen organisiert und von vielen Sponsoren begleitet.

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Leticia Bouguem sang bei der Ausstellungseröffnung zu Gitarrenbegleitung.

Quelle: Melchior Bonacker

Marburg. Die Ausstellung im Hörsaalgebäude beherbergt Tafeln mit Texten über die Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs auf Staaten und Menschen in Afrika, Asien, Mittelamerika, Australien und Ozeanien. Sie stellt anhand von Einzelschicksalen, Anekdoten, aber auch der Schilderung von historischen Ereignissen dar, was in der eurozentristischen Sicht auf den Zweiten Weltkrieg ausgeblendet wird.

Im Mittelpunkt stehen dabei die Forschungsergebnisse des Kölner Journalistenteams „Recherche International“. Ein Mitbegründer dieses Teams, der renommierte Journalist Karl Rössel führte mit seinem Vortrag die Anwesenden in die Thematik der Ausstellung ein. Der Hinweis, dass 65 Prozent der Französischen Befreiungsarmee unter Führung Charles de Gaulles in Afrika rekrutiert worden waren, führte dazu, dass der Publizist feststellte: Frankreich hätte ohne die afrikanischen Kombattanten nicht zu den Siegermächten gezählt.

1985 hatten die Kölner Journalisten entdeckt, wie viele Teile der Weltkriegsgeschichte der eurozentristischen Sicht zum Opfer gefallen waren und somit nicht in Büchern auftauchten.

Mitte der 90er Jahre begann das Team um Rössel auf ihren zahlreichen Reisen für Reportagen in afrikanische, asiatische oder ozeanische Länder nachzuforschen, inwieweit diese in den Zweiten Weltkrieg verwickelt waren.

Zu ihrem Erstaunen sei dort eine strukturierte Aufarbeitung vonstattengegangen. Der Weltkrieg sei in der Dritten Welt ausgesprochen präsent, stellte Rössel fest.

Auch das Bild von Flüchtlingen sollte sich vor dem Hintergrund verändern, dass die Vorfahren jener Menschen, die nun Asyl suchen, „uns befreiten“, erklärte Pfarrer Parvis Rahbarnia in seiner Einleitung.

Weitere Themen der Ausstellung sind unter anderem die Kollaboration mit den Achsenmächten oder die Judenverfolgung außerhalb Europas.

Umrahmt wurde die Veranstaltung durch eine musikalische Darbietung der kamerunischen Sängerin Leticia Bouguem, die unter anderem „We Are The World“ und „No Woman No Cry“ von Bob Marley sang.

Die Ausstellung ist bis zum 18. Dezember täglich von 12 bis 19 Uhr geöffnet (geschlossen am 14.,15. und 20. November).

von Melchior Bonacker

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