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Frankfurter Chaostag wirkt nach

Blockupy Frankfurter Chaostag wirkt nach

Nach den Protesten und Krawallen am Mittwoch in Frankfurt und einer ­relativ ruhigen Nacht, hat am Donnerstag der Kehraus begonnen. Menschen aus dem Landkreis waren ­mitten im Geschehen.

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Demonstranten verbrennen Geldschein-Imitationen vor den Banktürmen.

Quelle: dpa

Marburg. Die  Demonstrationen und Ausschreitungen in der Banken-Metropole am Main waren am Donnerstag auch im Landkreis das beherrschende Thema, sowohl auf der Straße als auch in den sozialen Netzwerken.

Blockupy-Sympathisanten brachten ihre Befürchtung zum Ausdruck, die Kritik-Inhalte des Protestes gerieten angesichts der Eskalationen in den Hintergrund.

Mit Sorge wird beobachtet, dass sich vermummte Chaoten vor und nach Aktionen bewusst in der Menge von friedlichen Demonstranten verstecken, um bei nächster Gelegenheit wieder zuzuschlagen.

Marburgs Polizeisprecher Martin Ahlich war auch am Donnerstag noch entsetzt von dem, was sich am Mittwoch in Frankfurt abgespielt hat. 136 seiner Kolleginnen und Kollegen aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf waren über fünf Tage verteilt in Frankfurt. Schwerverletzt worden sei von ihnen niemand, wie viele kleinere Blessuren davongetragen hätten, vermochte er gestern noch nicht zu sagen.

Unter den Demonstranten waren auch viele Marburger

Ahlich rechnet damit, dass in den nächsten Tagen noch die eine oder andere Meldung eingehen wird. „Die Kolleginnen und Kollegen, die in Frankfurt waren, wollten nach langem Dienst nur noch nach Hause, erklärt er.

Unter den Blockupy-Demonstranten waren auch viele Marburger. Am Mittwochmorgen fuhr die „Blockade-Gruppe“ mit dem ersten Zug vom Hauptbahnhof in Marburg nach Frankfurt. Treffpunkt war um 3.50 Uhr. Eine zweite Gruppe fuhr gegen Mittag zur Demonstration. „Eine Streife hat die Treffpunkte am Hauptbahnhof und am Busbahnhof überwacht. Aber es gab keinerlei Vorkommnisse. In Marburg war alles friedlich“, sagt Ahlich.Plakate mit Aufrufen zum Blockupy-Protest hingen am Uni-Hauptgebäude in der Marburger Biegenstraße.

Ein Marburger Unternehmer berichtet am Mittwoch aus Frankfurt von Polizisten, die von Autonomen mit Farbe besprüht wurden und Autos, die wahllos beschädigt wurden. „Ich habe Verachtung für solche Menschen“, sagt er. Auch der Marburger Studierenden-Ausschuss Asta hat im Vorfeld zur Teilnahme in Frankfurt aufgerufen. „Unter dem Motto Let’s Take Over The Party! sollten die Feierlichkeiten der geladenen politischen und ökonomischen Eliten blockiert werden“, hieß es in der Ankündigung.

Ziel sei es, gegen die Sparpolitik der Troika auf die Straße zu gehen. Auch immer mehr Studierende würden sich gegen die Armuts- und Verelendungspolitik der europäischen Eliten wenden. Unter den Marburgern, die aufseiten von Blockupy demonstrierten, war auch der Marburger Stadtverordnete und Landesvorsitzende der Linken, Jan Schalauske.

Er habe viele Marburger gesehen, sie alle hätten friedlich demonstriert. Er habe friedliche und bunte Aktionen erlebt. Das dürfe nicht vergessen werden, gerate aber leider bei der Berichterstattung in den Hintergrund.
Gewalt sei von wenigen anderen ausgegangen und die sei durch nichts zu rechtfertigen. „Es gab einen klaren Aktionskonsenz. Wer Gewalt ausübte, hat das Aktionsbündnis verlassen oder sich ihm erst gar nicht angeschlossen und damit der Sache geschadet“, betont er.

von Hartmut Berge

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Auch Marburger Gruppen vor Ort

Die Spuren der gewalttätigen Ausschreitungen anlässlich der Eröffnung des EZB-Neubaus in Frankfurt führen auch bis in den Landkreis.

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