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Forscher wollen Internationale Schule

Wissenschaftsstandort Marburg Forscher wollen Internationale Schule

Bisher gibt es noch keine Internationale Schule in Marburg. Den Universitätsstandort Marburg könnte eine solche Schule aber deutlich stärken, meint die Marburger Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause.

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Bilingualen Unterricht gibt es seit einigen Jahren an Marburger Schulen: Erdkunde- und Englischlehrerin Maike Schlosser unterrichtet Schüler in der Theodor-Heuss-Schule in Geographie in den Sprachen Englisch und Deutsch. Archivfoto

Marburg. Die Idee einer Internationalen Schule für Marburg, in der die Unterrichtssprache Englisch ist, brachte zuletzt Professor Herbert Jäckle, der Vizepräsident der Max-Planck-Gesellschaft, ins Spiel. Bei der Präsentation des Forschungsnetzwerks „Synmikro“ an der Uni Marburg sagte Jäckle, dass eine Internationale Schule in Marburg aus Sicht der Wissenschaftler noch dringend gebraucht werde. Sie sei ein notwendiger Baustein, um den Hochschulstandort Marburg international konkurrenzfähiger zu machen. Wenn es eine solche Schule gäbe, wäre dies auch ein Anreiz für Forscher mit Weltruf, zusammen mit ihren Familien nach Marburg beispielsweise an das Zentrum für synthetische Mikrobiologie zu wechseln.

Im Gespräch mit der OP sagte die Marburger Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause jetzt, dass sie bereits mehrere Anfragen von Wissenschaftlern bekommen habe, ob es eine Internationale Schule in Marburg gebe. Dieses habe sie bisher aber jedesmal verneinen müssen.

Für die Grundschulkinder von Forschern aus dem Ausland sei eine englischsprachige Schule nicht unbedingt notwendig, denn gerade die jüngeren Kinder könnten sich schnell anpassen und Deutsch lernen. Anders sehe dies aber schon für die Schüler ab der fünften Klassenstufe aus. Eine Internationale Schule wäre aus Sicht der Uni-Präsidentin für Marburg sicher ein Pluspunkt. „Wir bräuchten in Marburg aber mindestens ein Gymnasium mit einer englischsprachigen Klasse und zusätzlichem Deutschunterricht“, sagte Krause. Bisher gibt es an den Marburger Schulen vor allem bilingualen Unterricht in den Sprachen Deutsch und Englisch in einzelnen Fächern.

Die Uni-Präsidentin ist sicher, dass es auch eine Nachfrage von Eltern aus Marburg geben würde, ihre Kinder in eine solche Klasse zu schicken, wenn diese angeboten werde. Hessens Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) ist von der Idee einer internationalen Schule für den Uni-Standort Marburg sehr angetan.

Ach Novartis würdeneue Schule begrüßen

Das sagte sie auf Anfrage der OP am Rande ihres Besuchs im „Welcome Centre“ der Marburger Universität, in dem ausländische Gastwissenschaftler willkommen geheißen werden. „Die Universität und die großen Unternehmen in Marburg sehen den Bedarf, dass der Standort attraktiver wird“, meinte Kühne-Hörmann. Dabei sei die Frage zweitrangig, wer die Trägerschaft für eine internationale Schule übernehme. Klar sei es, dass international anerkannte Wissenschaftler mit Spe­zialkenntnissen im Wettbewerb der Standorte auf Standortfaktoren wie das Vorhandensein einer internationalen Schule achten würden. Marburgs Oberbürgermeister Egon Vaupel freut sich über das positive Signal der Ministerin. Für einen Wissenschafts- und Industriestandort der Zukunft gebe es auf jeden Fall die Aufgabe, adäquate Schulmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen. „Die nächste Internationale Schule in Frankfurt ist für Marburg zu weit“, sagte Vaupel der OP. Er bezweifelte jedoch, dass man in Marburg genügend Schüler für die Einrichtung einer völlig neuen Schule zusammenbekomme. Ein an eine Schule angegliederter international ausgerichteter Bildungsgang sei jedoch ein machbareres Ziel. So etwas könne jedoch nur über das Staatliche Schulamt in Zusammenarbeit mit einer Schule organisiert werden. „Eine Internationale Schule in Marburg würde einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil bei unserer Suche nach neuen Fach- und Führungskräften für uns als international tätiges Unternehmen bedeuten“, sagte Jochen Reutter, Standortleiter und Geschäftsführer bei Novartis Vaccines and Diagnostics auf OP-Anfrage.“ Im Februar hatte es im Stadtparlament keine Mehrheit für einen CDU-Antrag gegeben, in dem die Erstellung eines Konzepts für die Einrichtung eines englischsprachigen Gymnasialzweigs gefordert wurde. Die Abgeordneten der rot-grünen Rathauskoalition erteilten dem Antrag eine Absage. Die Idee werde aus keiner Schulgemeinde heraus getragen und der Bedarf sei nicht konkret formuliert, hatte Kirsten Dinnebier (SPD) begründet.

von Manfred Hitzeroth

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