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Forscher streben Design von Zellen an

Uni Marburg Forscher streben Design von Zellen an

Am Zentrum für Synthetische Mikrobiologie wird an einem Zukunftsthema der Forschung gearbeitet.

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Der Mikrobiologe Professor Johann Heider in seinem Labor im Fachbereich Biologie der Marburger Universität.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. „Dieses Forschungsgebiet wird für die Zukunftssicherung sehr wichtig werden, unter anderem könnten Bio-Brennstoffe, neuartige Biomaterialien oder neue Medikamente entwickelt werden“, meint die Marburger Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause.

Die Rede ist von der synthetischen Mikrobiologie, woran an der Marburger Universität und dem angeschlossenen Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie in einem deutschlandweit einzigartigen Forschungsverbund geforscht wird.

Mikroorganismen spielen in Natur und Industrie eine wichtige Rolle: Sie sind Energielieferanten, kommen in Nahrungsmitteln vor und werden in großem Maßstab zur Herstellung von Arzneimitteln eingesetzt. Fortschritte in der mikrobiellen Biochemie, Molekularbiologie, Genanalyse und Bioinformatik haben die Voraussetzungen für das Gebiet der Synthetischen Mikrobiologie geschaffen.

In seinem Vortrag „Visionen und Ziele der Synthetischen Mikrobiologie“ berichtete der Physiker Bruno Eckhardt, geschäftsführender Direktor des von der Landesregierung geförderten Zentrums für Synthetische Mikrobiologie vom Stand der Forschungsvorhaben in Marburg. „Die Synthetische Mikrobiologie strebt das gezielte Design synthetischer mikrobieller Zellen mit maßgeschneiderten Eigenschaften aus standardisierten Bausteinen an“, erklärte Eckhardt bei einer Tagung in Marburg.

Mit ihrer Grundlagenforschung wollen die Forscher einerseits ein besseres Verständnis des Lebens gewinnen und andererseits neue Prozesse entwickeln. Die synthetische Biologie ist ein vergleichsweise junges Forschungsgebiet und wird erst seit rund zehn Jahren weltweit betrieben. Einen wichtigen Durchbruch erzielte im vergangenen Jahr der weltbekannte US-Naturwissenschaftler Craig Venter. „Ihm gelang es mit Hilfe der Zerlegung einzelner Bestandteile und daran anschließend dem Einfügen von weiteren Bestandteilen, die Gen-Zusammensetzung eines Bakteriums völlig neu zu designen“, erklärt Eckhardt.

von Manfred Hitzeroth

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