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Forscher helfen bei Tumorerkennung

Tagung Forscher helfen bei Tumorerkennung

Zur 22. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft der dermatologischen Histologie werden von Freitag bis Sonntag im Uni-Hörsaalgebäude 250 Teilnehmer aus Deutschland und ganz Europa erwartet.

Marburg. In der Histologie geht es um die mikroskopische Untersuchung von erkranktem Hautgewebe. „Üblicherweise untersuchen wir kleine, aus der Haut geschnittenen Proben um Hauterkrankungen zu diagnostizieren und große Hautproben nach Tumorentfernung, um die Behandlung zu überprüfen“, erläutert Dr. Christiane Michl, Oberärztin in der Marburger Uni-Hautklinik und Mitorganisatorin der Tagung.

Nach einer Tumorentfernung ist ein histologischer Befund auch wichtig, um die Grenze zwischen dem Tumor und dem gesunden Gewebe zu bestimmen und so zweifelsfrei zu ermitteln, dass der Tumor auch im vollen Umfang entfernt wurde.

Pro Jahr werden in der Uni-Hautklinik rund 6000 histologische Proben untersucht: Rund die Hälfte dieser Proben betrifft entzündlichen Hautausschlag oder ähnliche Hauterkrankungen, bei der anderen Hälfte geht es um Tumorproben. Davon erweisen sich etwa zwei Drittel als bösartige Tumore und ein Drittel als gutartig.

Bei der Marburger Tagung wird vor allem über neue Methoden, darunter auch molekulardiagnostische Verfahren, diskutiert, die seit einigen Jahren verstärkt auch im Kliniksalltag eingesetzt werden. Mit der Hilfe der neuen Methoden können spezifische Eigenschaften der Tumore genauer bestimmt und beispielsweise genetische Veränderungen identifiziert werden.

Im Zuge einer „personalisierten Medizin“ ist es dabei das Ziel der Mediziner, individuelle Tumorprofile und möglichst auch individuelle Behandlungsvorschläge für jeden Patienten zu erstellen, betont Dr. Hannelore Mittag, ebenfalls Oberärztin in der Uni-Hautklinik und Co-Organisatorin des Kongresses. Grundlage der histologischen Arbeit sei aber nach wie vor zunächst die mikroskopische Bestimmung der Proben.

Die Histologie hilft auch dabei, Frühformen von lichtbedingtem Hautkrebs zu erkennen. Durch frühzeitiges Erkennen und Behandeln könne verhindert werden, dass ein bösartiger Tumor entsteht, betont Michl.

von Manfred Hitzeroth

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