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Forscher freuen sich über Neubauten

Uni-Bauten Forscher freuen sich über Neubauten

Einweihung im Dreierpack: Die drei Uni-Neubauten auf den Lahnbergen kosteten 192 Millionen Euro.

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Der Chemie-Neubau wurde gestern auf den Lahnbergen eingeweiht.Foto: Thorsten Richter

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Das gibt es auch am traditionsreichen Universitätsstandort Marburg nicht alle Tage: Gleich drei Neubauten auf einmal wurden eingeweiht, und das mit einem Investitionsvolumen von rund 192 Millionen Euro. Für die obligatorische Schlüsselübergabe standen drei überdimensionale symbolische Schlüssel zur Verfügung. Da ließen es sich auch zwei Minister der hessischen Landesregierung nicht nehmen, für die Feier mit 400 geladenen Gästen von Wiesbaden nach Marburg zu kommen. Denn schließlich steuerte das Land den Löwenanteil der Finanzierung bei.

Gleich drei Forschungsneubauten wurden am Montag auf den Marburger Lahnbergen eingeweiht: Der Chemie-Neubau, das Gebäude für Sythetische Mikrobiologie und das für Tumor- und Immunbiologie. Investitionsvolumen 192 Millionen Euro.

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Aus dem „Heureka“-Programm der Landesregierung kam eine Förderung von 114 Millionen Euro für den Chemie-Neubau, das neue Herzstück des naturwissenschaftlichen „Campus Lahnberge“-Areals. Auch die Baukosten für den neuen Modul-Bau des Zentrums für Synthetische Mikrobiologie in Höhe von 11,7 Millionen Euro trägt das Land. Zudem steuert das Land eine Hälfte der Bausumme von 49 Millionen Euro für die Errichtung des neuen „Zentrums für Tumor- und Immunbiologie“ bei, der Rest wird aus dem Bund-Länder-Programm für Forschungsbauten finanziert. „Das ist ein guter Tag für die Forschung in Hessen“, sagte der hessische Wissenschaftsminister Boris Rhein (CDU), der sich sehr beeindruckt von den Dimensionen und der Architektur des Marburger Chemie-Neubaus zeigte, in dessen sich auf einer Länge von 150 Metern als Kommunikationsmitte konzipierter Foyer-Halle die Einweihungsfeier stattfand.

„Als hessischer Finanzminister freue ich mich besonders darüber, dass sowohl der Zeit- als auch der Kostenrahmen eingehalten werden konnten“, meinte Dr. Thomas Schäfer (CDU).

Die Marburger Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause schlug in ihrer Rede einen weiten historischen Bogen zurück zu den Anfängen der naturwissenschaftlichen Uni-Bauten auf den Lahnbergen, die vor 50 Jahren errichtet wurden. Vor 40 Jahren sei dort dann die Grundsteinlegung für den 1. Bauabschnitt des Uni-Klinikums erfolgt, dem dann zwei weitere Bauabschnitte folgten.

Jetzt könnten die ersten Bauten der „nächsten Generation“ auf den Lahnbergen eingeweiht werden, machte die Präsidentin deutlich. Anstelle eines Konglomerats von „verwirrend ähnlichen Einrichtungen“ wie im Chemie-Altbau hätten die Planer nunmehr auf klare Adressierungen, barrierefreie Zugänge und Energieffizienz gesetzt, sagte Krause am Beispiel des Chemie-Neubaus. Dies bekräftigte Chemie-Dekan Professor Gerhard Hilt.

Ziel: Marburger Chemie soll international sichtbar werden

In dem neuen Gebäude fänden die Chemiker der Hochschule auf 17000 Quadratmetern deutlich verbesserte Arbeitsbedingungen für Forschung und Lehre vor, sagte Hilt. Das Ziel der Forscher, Mitarbeiter und Studierenden müsse es nun sein, die Marburger Chemie international weiter sichtbar zu machen.

Auf der internationalen Forschungs-Landkarte in der Mikrobiologie sieht Professor Victor Sourjik, der Direktor des Max-Planck-Zentrums für terrestrische Mikrobiologie, den Standort Marburg schon sehr gut verortet. Marburg müsse da den Vergleich mit Harvard, Oxford oder Princeton nicht scheuen, so Sourjik. Das neue „Synmikro“-Gebäude soll als Interimslösung dienen, bis ein noch größeres Gebäude gebaut wird, das alle Arbeitsgruppen der Synthetischen Mikrobiologie aufnehmen soll, zu denen vor allem Biochemiker, Chemiker, Physiker, Mathematiker der Uni und der Max-Planck-Gesellschaft zählen.

Medizin freut sich über neues Zentrum für Tumor- und Immunbiologie

Kurzzeitig verzögert hatte sich der „Synmikro“-Bau aufgrund der Insolvenz des Generalunternehmers. Es sei aber jetzt alles in Ordnung in dem Neubau, betonte Thomas Platte, Leiter des Hessischen Bau-Managements, das auch für die anderen beiden Neubauten verantwortlich war.

Große Freude herrscht auch beim Fachbereich Medizin über die Inbetriebnahme des neuen Zentrums für Tumor- und Immunbiologie.

Dieses Gebäude stehe für ein zentrales wissenschaftliches Programm seines Fachbereichs, sagte Medizin-Dekan Professor Helmut Schäfer. Darin werde künftig die Erforschung von Tumorkrankheiten mit mole­kularer Zellbiologie und Immunbiologie kombiniert. Ein wichtiges Ziel sei dabei die ­Entwicklung neuer Therapie-Perspektiven für eine Vielzahl von Erkrankungen.

von Manfred Hitzeroth

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