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Forscher analysieren Ukraine-Konflikt

Podiumsdiskussion Forscher analysieren Ukraine-Konflikt

"Wer teilt die Ukraine?": So lautet bei einer Po­diumsdiskussion über den Ukraine-Konflikt am Donnerstag, 15. Mai, ab18 Uhr im Hörsaal des Orientzentrums das Generalthema.

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Soldaten der ukrainischen Nationalgarde üben für den Ernstfall in einem Übungscamp in der Nähe der Hauptstadt KIew. Die Eskalation der Lage in der Ukraine liefert seit mehreren Wochen weltweit Schlagzeilen. Foto: dpa

Quelle: Sergey Dolzhenko

Marburg. Wenige Wochen vor den Präsidentschaftswahlen in der Ukraine am 25. Mai ist die politische Lage in der Ukraine ebenso angespannt wie unübersichtlich. Die Schlagzeilen in den Zeitungen und im Fernsehen beherrscht der Ukraine-Konflikt schon seit mehreren Wochen. Grund genug nun auch für die Konfliktforscher der Marburger Universität, sich mit dem Thema noch detaillierter zu beschäftigen. „Unsere Podiumsdiskussion richtet sich nicht nur an Studierende, sondern auch alle Interessierten, die in der Zeitung die Berichte über die Lage in der Ukraine verfolgen“, erklärt Dr. Kerstin Zimmer im OP-Gespräch.

„Dem Anschluss der Krim an Russland folgten Aktionen separatistischer Kräfte und Milizen in der Ostukraine, russische Militärmanöver an der Grenze zur Ukraine, westliche Sanktionen gegen Russland und zuletzt die Geiselnahme von OSZE-Militärbeobachtern durch pro-russische Kräfte“, heißt es in der Einladung des Uni-Zentrums für Konfliktforschung für die Podiumsdiskussion, die am Donnerstag ab 18 Uhr im Hörsaal 00A26 im Centrum für Nah- und Mitteloststudien (Orientzentrum) am Firmaneiplatz stattfindet.

„Die aktuelle Berichterstattung lässt oftmals die Hintergründe und Ursachen des Konflikts in den Hintergrund treten“, erläutert Dr. Kerstin Zimmer. Historische Hintergründe aufzuzeigen sei deshalb ein Ziel der Veranstaltung.

Forschung "kann nicht Schiedsrichter spielen"

Wer ist verantwortlich für die Spaltung der Ukraine? Diese Frage ist nach Ansicht der Marburger Konfliktforscherin nicht leicht zu beantworten. „Aus deutscher Perspektive fällt zunächst der Blick auf Russland.“ Allerdings gebe es auch die Sichtweise, dass die Nato und die westlichen Staaten an der derzeitigen Lage in der Ukraine nicht unschuldig seien. Die Forschung könne sich aber hier nicht als „Schiedsrichter aufspielen“, macht Zimmer deutlich. Die Marburger Wissenschaftlerin erläutert aber, dass es auch innerhalb der Konfliktforscher in Marburg unterschiedliche Einschätzungen zur Haltung Russlands und der rechtsgerichteten Kräfte in der Ukraine gebe.

Auf der Suche nach den Hintergründen des Konfliktes lohne es sich, einen Blick darauf zu werfen, welche Kräfte an einer Spaltung der Ukraine interessiert seien.

Seit dem Jahr 1991, als die Unabhängigkeit der Ukraine von Russland erklärt wurde, habe keine Regierung grundlegend die Probleme in der Ukraine angegangen. Klar sei, dass es sehr verschiedene Regionen in der Ukraine gebe, in denen die Menschen auch nach mehr Autonomie in Sachen Sprache, Kultur und Wirtschaft streben würden.

Russen sehen ukrainische Unabhängigkeit kritisch

  • Katerina Bosko ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Forschungsstelle Osteuropa, an der Universität Bremen und Redakteurin der „Ukraine-Analysen“.
  • Anna Melnykovska stammt ebenfalls aus der Ukraine und ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Internationale Integration mit besonderem Bezug auf das Östliche Europa (Universität Gießen).
  • Dr. Susan Stewart ist stellvertretende Forschungsgruppenleiterin „Osteuropa und Eurasien“ der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin.

von Manfred Hitzeroth

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