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Forderung: Stadt soll Brücke sperren

Stadtparlament Marburg Forderung: Stadt soll Brücke sperren

Die Weidenhäuser Brücke wird saniert und der Rudolphsplatz umgestaltet: Die Stadtverordneten stimmten gestern den Plänen des Magistrats zu. Kritik der CDU: Autofahrer stehen künftig länger im Stau. Weiteres Thema in der Kommunalpolitik: Die mögliche Tiefgarage unter der Biegenstraße.

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Die Weidenhäuser Brücke soll saniert werden. Ein Streitpunkt ist der Platz, den Radfahrer und Fußgänger auf der umgebauten Brücke haben sollen. Die CDU fürchtet indes Probleme für Autofahrer rund um das Nadelöhr Rudolphsplatz. Foto: Thorsten Richter

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. „Diese Verkehrsplanung wird Rückstaus vom Rudolphsplatz bis auf die Stadtautobahn zur Folge haben“, sagt Joachim Brunnet (CDU). Zwar sei die Sanierung der Brücke „dringend nötig“, jedoch zeige schon die Kalkulation der Verwaltung, dass auf Autofahrer längere Wartezeiten - vor allem vor Ampeln - zukommen. „In dem Plan ist von zehn bis 36 Prozent mehr Standzeit die Rede. Das ist inakzeptabel, man produziert an diesem Nadelöhr wissentlich noch mehr Stau.“

Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne) entgegnet: „Wenn es künftig zu solchen spürbaren Verkehrsproblemen kommen sollte, hätten wir einige Möglichkeiten gegenzusteuern.“ Ein Beispiel: Die Verkehrsregelung in der Straße „Am Grün“ umkehren, so dass der Verkehr vom Rudolphsplatz verstärkt durch das Südviertel fließe. „Das hieße, eine Ampel sparen und flüssigeren Verkehr, brächte aber Belastungen der Anwohner im Südviertel mit sich.“ Sinnvoller sei es im Falle von Staus, eine der geplanten Fußgängerspuren wieder umzuwidmen.

Für die Dauer der Bauarbeiten schlägt Hennig Köster (Linke), in Anlehnung an einen Vorschlag von Marburgs Fahrrad-Aktivist Hans-Horst Althaus, eine Sperrung der Weidenhäuser Brücke vor. Der Verkehr solle umgeleitet werden. „Dann gehen die Bauarbeiten auch schneller voran“, sagt Köster. Dass es keine Radspur auf der Brücke geben soll, kritisiert er. Im Gegensatz zu Stefan Schartner (FDP): „Der Radverkehr, wie er jetzt an diesem Knotenpunkt läuft, ist nicht hinnehmbar. Wir müssen aber auch nicht so tun, als leben wir in einer autofreien Stadt - der vorgelegte Plan ist eine Verbesserung für Radfahrer.“

Kalkulierte Kosten des Baus: 4,3 Millionen Euro.

Thema Tiefgarage: Der Plan, zwischen Hörsaalgebäude und Stadthalle in der Biegenstraße eine Tiefgarage zu bauen, drohen zu scheitern. Wie Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne) mitteilt, halten Gutachter und mögliche Investoren den „laufenden Betrieb für nicht rentabel“. Nach Kahles Angaben würden für einen Bau fünf Millionen Euro veranschlagt. 179 Stellplätze solle die Tiefgarage laut Planhaben. Die Kalkulation der möglichen Investoren: 450 000 Euro müssten die Betreiber pro Jahr erwirtschaften, um kostendeckend zu arbeiten. Doch in Marburg sei ein Maximalumsatz von 300 000 Euro möglich. Grund: Die Tarifstruktur in der Universitätsstadt gebe nicht mehr Einnahmer her. Anstatt einem Preis von bis zu 80 Cent, wie er in der Innenstadt pro Stunde verlangt werde, müssten „Großstadpreise eingeführt werden“ wie Kahle aus der Einschätzung der Gutachter zitiert. Ergo: Es müsste circa ein Euro pro Viertelstunde verlangt werden. Das hingegen würde Kahle zufolge „viele Autofahrer abschrecken, diese Stellplätze tatsächlich zu nutzen – womit die Einnahmen noch geringer wären.“ Der Bürgermeister verweist etwa auf die höheren Preise im nach wie vor unterbelegten Parkhaus im Nordviertel.

von Björn Wisker

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