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Förster nehmen Wildparker aufs Korn

Marburg Förster nehmen Wildparker aufs Korn

Wer mit seinem Auto einen unbenutzt scheinenden Waldweg versperrt, kann Menschenleben gefährden. Weil das vielen Waldbesuchern gar nicht bewusst ist, informieren jetzt die heimischen Förster darüber.

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Zugeparkte Zufahrten zu Waldwegen, wie hier in der Nähe des Marburger Uni-Klinikums auf den Lahnbergen, können ernste Konsequenzen haben.

Quelle: Michael Agricola

Marburg. Wer den Weg zum Kaiser-Wilhelm-Turm auf den Marburger Lahnbergen einschlägt, weiß sofort, worum es geht.

Besucher und Mitarbeiter des Rhönklinikums, aber auch Erholungssuchende, parken dort nicht nur links und rechts des Weges im Halteverbot, auch in den Zufahrten der Forstwege in den Wald sind regelmäßig Fahrzeuge so abgestellt, dass im Ernstfall nicht einmal ein Rettungswagen durchkäme.

Die Gefährdung von Menschenleben, sei es ein verunglückter Forstarbeiter oder ein Spaziergänger, der unerwartet ärztliche Hilfe benötigt, ist ein ernster Grund für die Informationskampagne des Kirchhainer Forstamts. „Wir haben ein ausgeklügeltes Rettungssystem im Wald“, sagt Forstamtsleiter Lutz Hofheinz, „aber wenn die Wege zugestellt werden, nützt uns das tollste Rettungskonzept nicht, weil der Rettungswagen nicht oder nur mit Verzögerungen in den Wald kommt.“

Doch es geht nicht nur um die Sicherstellung der Rettungskette. Auch die wirtschaftliche Nutzung des Waldes und die Erholungsfunktion für die Menschen leide darunter. Mehr als ärgerlich sei es, wenn große Holztransporter auf den engen Wegen zwei Kilometer rückwärts fahren müssten, nur weil sie an einer Stelle nicht mehr aus dem Wald herauskommen.

„Wir wollen nicht sanktionieren, wir wollen informieren und aufklären“. Sollte sich allerdings nichts ändern, müssten die Förster anfangen, die Autos aufzuschreiben, sagt Hofheinz. Das koste dann 35 Euro.

von Michael Agricola

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