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Flüchtlingskinder warten noch immer

Schule Flüchtlingskinder warten noch immer

Nach wie vor warten zehn minderjährige Flüchtlinge in Marburg und drei weitere in Stadtallendorf darauf, dass sie zur Schule gehen dürfen.

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Die Zuwanderer Abdulmashuq (links) und Kokob lernen in einer südhessischen Fördereinrichtung Deutsch. In Marburg ist der Schulbesuch für einige Flüchtlinge derzeit nicht möglich.

Quelle: Andreas Arnold

Marburg. Die Flüchtlinge sind schulpflichtig, werden aber derzeit nicht beschult, weil die Kapazitäten an der Sophie-von-Brabant-Schule in Marburg und an der Georg-Büchner-Schule erschöpft sind. Bernhard Drude, der stellvertretende Leiter des Staatlichen Schulamts, bestätigte entsprechende Informationen, die die OP veröffentlicht hatte.

An der Sophie-von-Brabant-Schule gibt es derzeit drei Intensivklassen, in der schulpflichtige Flüchtlinge unterrichtet werden, teilte Drude mit. Alle drei Klassen sind mit jeweils 16 Schülern voll besetzt. Zehn weitere Schüler wurden auf eine Warteliste gesetzt.

„Wir haben beim Kultusministerium weitere Mittel beantragt, um weitere schulpflichtige Flüchtlinge unterrichten zu können“, sagte Drude der OP. Er hoffe, dass man schnell eine Lösung finde und dass in Wiesbaden „nachgesteuert“ werde.

OP-Anfragen blieben unbeantwortet

Bereits vor gut einer Woche hatte ein Sprecher des Kultusministeriums gesagt, man arbeite an einer Lösung „in den nächsten Tagen“. Anfragen der OP in der vergangenen Woche nach einem neuen Stand in der Sache blieben bislang unbeantwortet.

Offenbar geht es bei der Zuweisung von Geldern aus Wiesbaden auch um logistische Problemen mit der Schülerbeförderung, die gelöst werden müssen.

Die Zahl schulpflichtiger Flüchtlinge in Marburg wird weiter steigen. Zuständig ist für Jugendliche bis 18 Jahren das Kultusministerium. Drude sagte der OP, möglicherweise sollten im kommenden Schuljahr auch die beruflichen Schulen in die Unterrichtung von Flüchtlingen mit einbezogen werden, dazu muss aber die Zuständigkeit des Kultusministeriums für Flüchtlinge bis zum Alter von 21 Jahren erweitert werden.

Linke erwägen Dringslichkeitsantrag

Als „beschämend“ bezeichnete der Fraktionsvorsitzende der Marburger Linken im Stadtparlament, Henning Köster, die Tatsache, dass Flüchtlingskindern in Marburg ein Schulbesuch verweigert werde. „Flüchtlingskinder sind oft traumatisiert - deshalb ist es besonders wichtig , dass sie möglichst schnell betreut und beschult werden“, sagte Köster. Eine provisorische Lösung in Form von Nachhilfeunterricht sei unzureichend. Zudem werde sie bisher nur von zwei Kindern wahrgenommen. „ Es entsteht der Eindruck, dass die beteiligten Stellen sich ohne eine angemessene Lösung über das Schuljahresende hangeln wollen“, kritisierte Köster. Köster kündigte einen Dringlichkeitsantrag der Marburger Linken für die nächste Stadtverordnetenversammlung an, in dem das Parlament die unverzügliche Einschulung fordern und vom Land Hessen verlangen soll, die erforderlichen Gelder zur Verfügung zu stellen.

Öffentlich gemacht hatte Goharik Gareyan-Petrosyan, die Vorsitzende des Ausländerbeirats, das Problem in einer Diskussionsveranstaltung mit den Kandidaten für das Oberbürgermeisteramt vor 10 Tagen.

von Till Conrad

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