Volltextsuche über das Angebot:

22 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Flüchtlingshilfe aus Bürgerhand wirkt

Freiwilliges Engagement Flüchtlingshilfe aus Bürgerhand wirkt

Mit großer Hilfsbereitschaft werden Flüchtlinge im Landkreis empfangen. Viele Menschen engagieren sich schon, andere suchen noch Möglichkeiten, sich einzubringen. Die OP bereitet eine Übersicht der Hilfsangebote vor.

Voriger Artikel
Marburger erforschen Sprachmelodien
Nächster Artikel
Landärztin will Rathauschefin werden

Wer eine Sprache erlernen will, der fängt mit dem Üben von Vokabeln an – so wie Tesfahans Gebrehiwer (rechts), der in Neustadt bei ­einem bürgerschaftlich organisierten Kurs mit dem pensionierten Lehrer Artur Hett neugelernte Worte aufschreibt.

Quelle: Florian Lerchbacher

Marburg. Von der Sammelstelle für Sach- und Kleiderspenden über den Deutschunterricht bis hin zum Begegnungs­café: In den vergangenen Monaten haben sich zahlreiche Initiativen in der Stadt Marburg und im Landkreis gegründet, um Flüchtlingen, die in die Region kommen, auf ganz unterschiedliche Art zu helfen. Eines haben sie alle gemeinsam: Sie wollen da sein für die Menschen, die neu dazustoßen, hier noch fremd sind und neue Kontakte gebrauchen können, um sich im Alltag und in der neuen Heimat zurechtzufinden.

Eine Übersicht ist geplant

Die OP bereitet derzeit eine Übersicht der Organisationen, Gruppen, Vereine und privaten Initiativen zur Flüchtlingshilfe vor und ruft die Leser dazu auf, sich zu melden: Wer bietet was an im Landkreis und in der Stadt? Wer sind die Ansprechpartner? Welche Projekte sollen noch vorgestellt und bekannter gemacht werden?

Die Übersicht, die in der Zeitung erscheinen wird, soll all jenen, die noch eine Initiative suchen der sie sich anschließen wollen, eine Orientierung ermöglichen. Und sie soll allen bereits in der Flüchtlingshilfe Engagierten die Möglichkeit bieten, sich miteinander zu vernetzen. Sie kennen Flüchtlings-Helfer oder sind selbst einer? Bitte melden Sie sich und stellen Sie uns ihr Projekt vor!
Unter folgendem Link gelangen Sie zum Formular, über das Sie relevante Informationen für die Übersicht übermitteln können.

Stellen Sie ein Projekt aus der Region für unsere Übersicht vor.

Politiker sind begeistert von der Willkommenskultur

Marburgs Oberbürgermeister Egon Vaupel und der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow sind begeistert von dem vielfältigen Engagement der Menschen vor Ort und von der guten Willkommenskultur. „Die Hilfsbereitschaft ist so außergewöhnlich. Ich wusste schon immer, dass unsere Stadt eine besondere ist, aber wie sich das darstellt in der Breite der Angebote, das hat mich dann doch überwältigt“, sagt Vaupel und erklärt, dass er auch deshalb eine Koordinationsstelle für die Flüchtlingshilfe im Rathaus eingerichtet habe, „um die Bürgerinitiativen bei ihrer Arbeit zu unterstützen“. Diese Unterstützung sei auch nötig, „es treten ja viele Fragen auf, wenn die Hilfsbereitschaft der Menschen so weit geht, dass sie Flüchtlinge in ihrer Wohnung aufnehmen wollen“.

Auch Zachow zollt den engagierten Bürgern Anerkennung: „Ich habe sehr großen Respekt vor den Menschen, die sich in Vereinen, Kirchengemeinden, Verbänden, Initiativen oder als Einzelpersonen für die Flüchtlinge in unserem Landkreis engagieren. Das ist ein bürgerschaftliches Engagement, wie wir es uns nur wünschen können. Viele dieser Flüchtlinge haben Schlimmes erlebt, haben Verwandte und Freunde verloren oder mussten die Zerstörung ihres Zuhauses oder ihrer Orte erleben. Andere sind Verfolgte, die nicht mehr in ihre Heimat zurückkehren dürfen. Oftmals haben die Flüchtlinge nichts mehr.“ Umso wichtiger sei es, erklärt der Erste Beigeordnete, „dass es solche Initiativen gibt, die effektiv helfen“.

Für den Landkreis verspricht Zachow, dass die Kreisverwaltung die Initiativen durch Beratung und Vernetzung unterstützen werde.

von Carina Becker

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr