Volltextsuche über das Angebot:

26 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Flüchtlinge sollen sich alsMarburger Bürger fühlen

"Kunst am Zaun" Flüchtlinge sollen sich alsMarburger Bürger fühlen

Das Projekt „Kunst am Zaun“ soll das Marburger Erstaufnahmelager verschönern, aber nicht abschotten.

Voriger Artikel
Der Frühling hält Einzug in Moischt
Nächster Artikel
600.000 Euro für Flüchtlings-Mieten

Bernd Nützel (Fachdienst Stadtplanung und Denkmalschutz, von links), Heinz Wahlers (Ortsvorsteher von Cappel), Dr. Thomas Spies, Elke Siebler (Persönliche Referentin des OB), Richard Stumm und Jürgen Rausch stellen das Projekt vor.

Quelle: Nico Arnold

Marburg. Die endgültige Ausgestaltung soll im Frühjahr in Zusammenarbeit mit den Flüchtlingen erfolgen. Für Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies ist die Gestaltung gelungen.

Bei dem Projekt „Kunst am Zaun“ handelt es sich um verschiedenfarbige Rechtecke, die in unregelmäßigen Abständen und unterschiedlichen Höhen an der Umzäunung des Cappeler Erstaufnahmelagers angebracht werden sollen. Einige sind bereits montiert, der Rest soll in den nächsten Wochen folgen. Die Monturen sollen sich über eine Länge von 190 Metern parallel zur anliegenden Umgehungsstraße entlangziehen, erklärte Richard Stumm. Der Künstler ist verantwortlich für die Erarbeitung des Projekts.

"Lebendiger Ablauf" entlang des Zauns

„Die Rechtecke sind in den drei Farben des Marburger Stadtwappens gehalten: blau, gelb und rot“, sagte Stumm und führte weiter aus: „Die Flüchtlinge sollen sich während ihres Aufenthalts als Marburger Bürger fühlen.“ Darüber hinaus sollen in bestimmten Abschnitten die Worte „Hope“ und „Peace“ als Schriftzug angebracht werden. Frieden sei, was die Flüchtlinge in Marburg suchen würden, Hoffnung brächten sie mit. Details der Gestaltung will Stumm noch mit den Flüchtlingen gemeinsam ausarbeiten und im Frühjahr umsetzen, wenn das Wetter wärmer sei. Es gehe um einen „lebendigen Ablauf“ entlang des Zauns.

„Richard Stumm hat viel Arbeit und Kreativität in dieses Projekt gesteckt“, merkte Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies an und bedankte sich bei dem Künstler, der sein Honorar dem Verein Vielfalt Marburg e.V. spenden möchte. Der Zaun am Erstaufnahmelager sei zwar zur Sicherheit der Flüchtlinge aufgestellt worden, sähe aber natürlich nicht gerade freundlich aus. „Es geht um eine positive Ausgestaltung des Zauns“, sagte Spies. Dieser solle keineswegs eine Mauer darstellen, sondern durchlässig sein, weshalb auch die Verkleidung nicht durchgängig, sondern unterbrochen sei.

Finanzierung durch Landesregierung

Jürgen Rausch, Leiter des Fachbereichs Bauen, Planen und Umwelt bei der Stadt Marburg, hob die Kooperation mit den Landesvertretern hervor. Diese sei absolut reibungslos verlaufen.

Die hessische Landesregierung sei für die Finanzierung der Verkleidung aufgekommen, erklärte der Oberbürgermeister. Die Kosten hielten sich aber in Grenzen. „Etwa 0,3 Prozent der gesamten Baukosten für die Anlage“, schätzte er.

von Nico Arnold

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr