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Flüchtlinge beschäftigen Uni-Senat

Studentenzahlen Flüchtlinge beschäftigen Uni-Senat

Rund 5000 Neueinschreibungen an der Philipps-Universität werden im kommenden Semester erwartet. Zudem will die Universität ihre Türen für Flüchtlinge öffnen, die ein Studium beginnen wollen.

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Grund zur Freude gab es bei der Uni-Senatssitzung (von links): Dr. Friedhelm Nonne, Prof. Ulrich Koert und Prof. Harald Lachnit. Im kommenden Semester will die Uni unter anderem ihre Türen auch für Flüchtlinge öffnen.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. „Die Flüchtlinge beschäftigen auch den Senat“, sagte der Kanzler der Philipps-Universität Dr. Friedhelm Nonne zu Beginn der 12. Sitzung des achten Senats am Mittwochabend im Hinblick auf die steigenden Flüchtlingszahlen in Marburg.

In den vergangenen Monaten wurde daher ein Programm entwickelt, das sich zum einen aus einer Sondersprechstunde für Flüchtlinge, die an einem Studium an der hiesigen Universität interessiert sind, und zum anderen an einer Koordinierungsstelle für universitäre Aktivitäten zur Unterstützung der Flüchtlinge zusammensetzt.

Für die Sondersprechstunde wird Mark Wiebe von der Studienberatung eingesetzt. Er wird sich um Flüchtlinge mit akademischem Hintergrund oder eine Hochschulzugangsberechtigung kümmern, die ein Studium an der Universität aufnehmen wollen.

Viele Flüchtlinge aus Syrien an Studium interessiert

In dem letzten halben Jahr waren das rund zwei Dutzend. „Vor allem aus Syrien“, weiß Wiebe und erklärt, dass Syrien bis zum Ausbruch des Bürgerkriegs als das Bildungs-Vorzeigeland der arabischen Welt galt. „Viele Flüchtlinge sind sehr gebildet und fragen nicht nur nach ihren, sondern auch nach den Studienmöglichkeiten ihrer Angehörigen, die noch nach Deutschland kommen wollen.“

Wiebe rechnet damit, dass die Zahl der Studieninteressierten in den kommenden Monaten steigen wird. „Ich freue mich auf die Aufgabe“, sagt der 44-Jährige, der als Ansprechpartner für die Masterprogramme für ausländische Studierende bereits mit der Prüfung und Anerkennung von Zeugnisdokumenten aus dem Ausland vertraut ist.

Die Koordinierung für universitäre Aktivitäten zur Unterstützung der Flüchtlinge wird Carmen Fels (37) vom International Office übernehmen. „Es gibt bereits viele studentische Initiativen in Marburg, die sich für Flüchtlinge engagieren“, sagt Fels.

Vor allem am Zentrum für Nah- und Mitteloststudien hätten sich bereits viele Gruppen gebildet, die Flüchtlinge zu Behörden oder beim Einkaufen begleiten. Ihre Aufgabe ist es nun, diese Angebote zu bündeln und für andere sichtbarer zu machen, zum Beispiel über eine Homepage.

Etwa 26.500 Studenten im Wintersemester erwartet

„Wir rechnen damit, dass sich im kommenden Semester etwa 5000 Studierende im ersten Fachsemester einschreiben werden“, sagt Professor Harald Lachnit, Vizepräsident für Studium und Lehre. „Genau steht die Zahl aber noch nicht fest, da die Bewerbungsfrist für zulassungsfreie Fächer erst Ende September abläuft.“

Insgesamt wird bei der Gesamtzahl der Studierenden gegenüber dem Vorjahr (im Wintersemester 2014/2015 waren es 26.500) keine Steigerung erwartet. In diesem Jahr wurden bei den Zulassungsverfahren in einigen Studiengängen Zulassungen früher, das heißt zeitnah zum Eingang der Bewerbung, verschickt als in den Jahren zuvor.

„Der Vorteil für die Studierenden ist, dass sie früher Gewissheit darüber haben, einen Studienplatz in Marburg zu erhalten. Dementsprechend können sie früher auf Zimmersuche gehen“, so Lachnit.

Koert sieht Uni Marburg im Aufwärtstrend

Auch die Universität könne besser disponieren und Umplanungen bei den Lehrveranstaltungen vornehmen. „Ein Nachteil könnte sein, dass es noch vor Beginn der Lehrveranstaltungen zu mehr Exmatrikulationen kommt als in den Vorjahren, falls Studierende später eingehende Angebote anderer Universitäten attraktiver finden“, räumt der Vizepräsident ein.

„Unsere Universität befindet sich im Aufwärtstrend“, gab indes der Vizepräsident für Forschung Professor Ulrich Koert freudig bekannt und bezog sich damit auf die Ergebnisse des „Förderatlas 2015“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), der als wichtigste Rangliste für Hochschulen in Deutschland gilt. In der Tabelle der Absolutbewertung aller Disziplinen verbesserte die Philipps-Universität ihre Platzierung um sechs Plätze auf Platz 30 (die OP berichtete). Die Plätze eins bis vier belegten die LMU München, die Universität Heidelberg, die RWTH Aachen und die TU München.

Koert ist optimistisch: „Sowohl in den Geistes- als auch in den Naturwissenschaften sowie in der Medizin sind seit dem Berichtzeitraum weitere Projekte bewilligt worden, so dass wir berechtigte Hoffnungen hegen, den Erfolg fortsetzen zu können.“

von Ruth Korte

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