Volltextsuche über das Angebot:

12 ° / -3 ° wolkig

Navigation:
Flüchtlinge bekommen mehr Wohnungen

Hilfe in Marburg Flüchtlinge bekommen mehr Wohnungen

Die Stadtwerke haben das Auktionshaus Am Krekel gekauft, das ab Dezember zum Flüchtlings-Wohnheim, langfristig zu Büroräumen wird. Die Ballsporthalle wird zudem zu einer Notunterkunft.

Voriger Artikel
Kommt Musik-Star zum Konzert nach Marburg?
Nächster Artikel
Kritik an Ortsbeirat-Vorstoß

Mehr als 2000 Menschen leben in der Flüchtlings-Erstaufnahmestelle in Gießen, werden von dort auf die hessischen Kommunen verteilt. In Marburg leben derzeit 54 – mehr als 200 sollen es im Laufe der nächsten Monate werden.

Quelle: Arne Dedert

Marburg. Die Flüchtlings-Frage beschäftigt die Bewohner der Universitässtadt: Neben dem Auktionshaus und einer Wohngruppe für Minderjährige im Waldtal richtet der Magistrat die Ballsporthalle in der Frauenbergstraße als ein Übergangs-Quartier für Asylbewerber ein.

„Wenn wir kurzfristig einen Anruf aus der Erstaufnahmestelle Gießen bekommen, dass wir jetzt auf einen Schlag 60, 70, 80 Menschen aufnehmen müssen, brauchen wir Kapazitäten“, sagt Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD). „Keinesfalls“ solle die Ballsport-halle eine dauerhafte Sammel-unterkunft werden, sondern ein erster Anlaufpunkt für die Verteilung in Wohnungen quer durch die Stadt - oder in andere Kommunen in der Umgebung.

Die Verwaltung wolle mit der Einrichtung der Halle gegenüber des Stadtbüros „auf so einen plötzlichen Fall vorbereitet sein“, sagt Vaupel. In den kommenden Monaten werden Schätzungen der Verwaltung zufolge 200 weitere Flüchtlinge vor allem aus Syrien und dem Irak nach Marburg kommen. Viele von ihnen werden sogenannte unbegleitete minderjährige Jungen und Mädchen sein, die der St. Elisabethverein betreuen wird.

Die Stadtverbände von Grünen und SPD fordern unterdessen von den Bürgern, dass „in Marburg Flüchtlinge sich gut aufgenommen fühlen“. Es müsse dafür gesorgt werden, dass die Flüchtlinge „nicht nur verwahrt werden, sondern herzlich willkommen sind und ein menschenwürdiges Leben führen können“, sagt Dietmar Göttling, Fraktionschef der Grünen.

SPD und Grüne fordern "Willkommenskultur"

Um dies zu erreichen, brauche es einen Ort der Kommunikation und Koordination. Dafür soll nach dem Willen der Parteien ein kommunaler Flüchtlingsrat eingerichtet werden. „Wir brauchen in Marburg eine Kultur, die durch Solidarität, Wertschätzung, Respekt und Einbindung von Betroffenen die Atmosphäre und das Handeln in Marburg prägt“, sagt Monika Biebusch, Marburgs SPD-Parteivorsitzende. Das erfordere eine intensive Information durch die Stadt und eine gute Kommunikation dort, wo Flüchtlinge untergebracht werden. Derzeit leben nach Angaben der Stadtverwaltung 54 Flüchtlinge in Marburg.

Das frühere Auktionshaus Am Krekel, das die Stadtwerke zum 1. Dezember gekauft haben, soll - nach der Nutzung als Flüchtlings-Unterkunft - als Lagerfläche dienen. Langfristig sollen dort Büroräume entstehen, da das Unternehmen noch Platzbedarf habe, erklärte Pascal Barthel, Sprecher der Stadtwerke.

Unterdessen ist bekannt geworden, dass die Erstaufnahmestelle in Gießen - wie jene Unterkunft in Burbach, wo Flüchtlinge misshandelt wurden - vom Unternehmen European Homecare betrieben wird. Für den Sicherheitsdienst sei European Homecare in der zentralen Aufnahmestelle allerdings nicht zuständig, heißt es vom Regierungspräsidium in Gießen. Es gebe daher keine Pläne, dem Unternehmen die Betreiberschaft zu entziehen - in Nordrhein-Westfalen steht der Betreiber vor dem Aus.

Disen Freitag ab 19 Uhr widmet sich der SPD-Parteitag im Bürgerhaus Moischt dem Thema Flüchtlinge. Die Grünen diskutieren es auf ihrer nächsten Kreismitgliederversammlung.

von Björn Wisker

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Runder Tisch Integration
Täglich kommen Dutzende neuer Asylbewerber in der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Gießen an, von dort aus werden sie in anderen Kommunen untergebracht. Archivfoto

In Marburg werden in den kommenden Monaten Hunderte Flüchtlinge leben. Viele Bewohner besorgt das. Die OP und Peter Schmidt von der Stadtverwaltung beantworten häufig gestellte Fragen.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr