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Flucht vor dem gesunden Essen?

Elisabethschule Marburg Flucht vor dem gesunden Essen?

Es klingelt zur Pause. Die Schüler ­drängen zur ­Theke in der Cafeteria, um nicht allzu lange ­anstehen zu müssen. ­Es zieht viele zu den Süßwaren und nicht zumwarmen Mittagessen.

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Die Theke in der Schulcafeteria. Viele Schüler ziehen Süßwaren dem warmen Mittagessen vor.Privatfoto

Marburg. Viele Mittelstufenschüler sind zu den nahegelegenen Supermärkten, Pizzerien und ähnlichen Restaurants gegangen. Einige Schüler sind mit dem Mittagessen und den Preisen der Süßwaren unzufrieden.

„Das warme Mittagessen schmeckt wie Wasser“, sagt ein Schüler der 5. Klasse. Nach einem Gespräch mit dem Schulleiter Tobias Meinel stellte sich heraus, dass die Schule keinen großen Einfluss auf die Preise und das warme Mittagessen hat. Es gebe einen Vertrag zwischen Stadt und Schule, also auch der Cafeteria, welcher bestimmte Richtlinien beinhalte, nach denen sich die Cafeteria richten müsse, sagt Meinel. Eine gesunde Ernährung der Schüler ist Meinel sehr wichtig, allerdings sei es schwer, an einer Schule gesundes Essen attraktiv genug zu gestalten. Es würden jedoch immer wieder Verbesserungsvorschläge an den Leiter der Cafeteria, Stefan Van’t Hoogt herangetragen, allerdings ließen sich diese leider nicht immer umsetzen.

Nach einer Umfrage bei Schülern einer 5. Klasse kommt klar zum Ausdruck, dass die Schüler sich ein abwechslungsreicheres Mittagessen wünschen würden. Nach der Frage, ob sie sich in der Mittagspause eher einen Johannisbeer-Streuseltaler oder lieber das warme Mittagessen der Schule kaufen würden, stimmte die Mehrheit für die süße Backware. Auch wenn diese im Preis-Leistungs-Verhältnis deutlich teurer ist.

Preise sollen abschrecken

Auf die Frage, warum die Süßwaren so teuer seien, antwortet Meinel, dass der Mindestlohn eingeführt worden sei und sich Van’t Hoogt an den Preisen der Konkurrenz orientieren müsse. Außerdem sollten die hohen Preise der Süßwaren dazu führen, die Kinder „abzuschrecken“, so dass sie statt der Süßwaren zu belegten Brötchen oder Obst greifen würden. Das gelinge allerdings selten, denn viele sehen das als weiteren Grund, das Schulgelände zu verlassen und außerhalb zu essen.

Bargeldloses Zahlen

Auf die Frage, ob es Verbesserungsideen gebe, sagt Meinel, dass Nudelautomaten, die für wenig Geld Nudelteig frisch und schnell garen würden, geplant seien. Außerdem denke die Schule über ein bargeldloses Bezahlen nach, bei dem Schüler und Lehrer Geldkarten nur für die Cafeteria bekämen, welche sie online aufladen könnten. Damit könnten Eltern von zuhause sehen, wann und was die Kinder gekauft hätten.

Van’t Hoogt war vor Fertigstellung dieses Artikels nicht zu sprechen, ist aber für ein Gespräch mit den Schülern bereit. Alle Schüler hoffen, trotz umliegender Restaurants und Supermärkte, auf ein besseres und gesünderes Mittagessen der Cafeteria in der Elisabethschule.

von Lucy Mahla und Mirjam ­Müller, Klasse 8c, Elisabethschule Marburg

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