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Flirt unter Flaggen schweisst Kulturen zusammen

Speed-Dating Flirt unter Flaggen schweisst Kulturen zusammen

Kennenlernen der Kulturen: Die multikulturelle Kommunikation zwischen Europäern, Afrikanern und Co. war nach Auffassung des Organisators, des Ausländerbeirats Marburg, ein voller Erfolg.

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Dutzende Nationalitäten und kulturelle Unterschiede: Doch beim Speed-Dating forschten Teilnehmer wie Akin Akinwonmi (vorne rechts) nach Gemeinsamkeiten – und von denen gibt es viele. 

Quelle: Ina Tannert

Marburg. Es muss ja nicht gleich Liebe sein: Im Vordergrund des Speed-Datings stand nicht die Partnersuche, sondern gegenseitige Kommunikation und der kulturelle Austausch. Über 50 Besucher aus verschiedenen Ländern und unterschiedlichsten kulturellen Hintergründen nahmen an der Aktion im KFZ, die zum zweiten Mal in Marburg stattfand, teil.

Bereits vor Beginn trafen sich die Teilnehmer vor dem Saal, lernten sich kennen und tauschten sich aus. Hier und da hörte man intensive Diskussionen über Musikgeschmack, kulinarische Vorlieben und das Leben in fremden Ländern. Und genau dies war das Ziel des Projekts. „Es geht um Kommunikation. Wir wollen eine tiefere Ebene des Austauschs ermöglichen“, sagte Maria Hennig, Geschäftsführerin des Ausländerbeirats. Wenn man einen Menschen aus einer fremden Kultur kennenlernt, traue man sich oft nicht sofort, diesen darüber zu befragen. Es gebe eine gewisse Befangenheit, eine Grenze, „man will nicht unhöflich oder zu direkt sein und möglicherweise in ein Fettnäpfchen treten“, sagt Hennig. Das Speed-Dating will diese Grenzen überwinden. Wichtig sei dabei eine lockere und entspannte Atmosphäre.

An langen Tischen setzte sich die bunt gemischte Gruppe einander gegenüber, jeder mit einem Namensschild samt Herkunftsland versehen. Um ein Gespräch in Gang zu bringen, hatte der Ausländerbeirat auf kleinen Zetteln mögliche Fragen an die Teilnehmer verteilt. Jedoch hatten diese keine Probleme direkt miteinander in Kontakt zu treten. Sofort nach dem offiziellen Date-Start wurde es laut im Raum und die Gäste verfielen schnell in intensive Gespräche. Moderiert wurde die Veranstaltung unter anderen von der gebürtige Äthiopierin Louisa Knospe von der Initiative „Mea Music Exchange Africa“.

Alle fünf Minuten erklang ein schriller Ton, das Zeichen für die Teilnehmer, den aktuellen Gesprächspartner zu wechseln und entweder nach links oder rechts einen Platz weiter zu rutschen. Die Teilnehmer stammten aus den unterschiedlichsten Ländern. So waren neben Deutschland auch Indien, Nigeria, Äthiopien, Südafrika, Ghana, Afghanistan, Palästina und viele andere Staaten vertreten.

Die neu gewonnenen Bekanntschaften konnten im Anschluss beim musikalischen und kulinarischen „Cultural Mix from France to Africa“ vertieft werden. Die studentische Palästina-Initiative Handala sorgte für Erfrischungen.

Im Laufe der Veranstaltung konnten die Speed-Dater die verschiedensten Sprachen kennenlernen. Dies war einer der Gründe warum der Marburger Akin Akinwonmi an der Aktion teilnahm. Der gebürtige Äthiopier kam vor knapp einem Jahr von Dublin in Irland nach Deutschland um die Sprache zu lernen. „Das Speed-Dating ist eine gute Gelegenheit um das Verstehen und Sprechen zu üben“, erzählt der 39-Jährige. Und dies nicht nur um einen sicheren verbalen Kontakt zu fördern, sondern auch eine soziale und kulturelle Sicherheit zu erlangen.

von Ina Tannert

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