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Fischbach: "Viel Lärm um nichts"

VHS-Kritik Fischbach: "Viel Lärm um nichts"

Mit einer Unterschriftenaktion wollen Kursleiter der Kreis-Volkshochschule (VHS) erreichen, dass die Umwidmung einer Stelle von der VHS in das Landratsbüro rückgängig gemacht wird.

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Ein VHS-Yoga-Kurs in Kirchhain: Stirbt das Angebot für Gesundheitsbildung im Kreis?

Quelle: Archivfoto

Marburg. Der Leiter des VHS-Programmbereichs Gesundheitsbildung geht zum 1. November in den Ruhestand. Seine Stelle war bisher jeweils etwa zur Hälfte dem Sportamt und der VHS zugeordnet. Wegen der „Bedeutung der Sportförderung“, so Landrat Robert Fischbach, soll sie künftig aus dem Fachdienst VHS herausgelöst und dem Büro des Landrats zugeordnet werden. Der künftige Stelleninhaber soll sich dann ausschließlich um die Sportförderung kümmern.

Als „Ersatz“ hat Fischbach zugesagt, der VHS eine Verwaltungsmitarbeiterin zuzuordnen. Sie soll sich zukünftig um die Programmerstellung und Gestaltung des Programmbereichs Gesundheitsbildung kümmern.

Viele Kursleiter der VHS sehen durch diese Absicht die Zukunft von Sport- und Präventivkursen im Landkreis gefährdet. Ohne den pädagogisch qualifizierten Mitarbeiter könnten die neuen Kurse nicht ausgeschrieben werden. Zahlreiche Kursleiter würden ihren Job verlieren, fürchtet Dr. Jürgen Mathias, der gewählte Kursleitervertreter.

Dr. Mathias hält einen pädagogischen Mitarbeiter für unerlässlich, um den Programmbereich fortzuführen. Es gehe nicht darum, lediglich den Bestand zu verwalten, sondern strategisch neue Angebote zu entwickeln und alte auf ihre Sinnhaftigkeit zu prüfen. Ziel der VHS ist ein Angebot, das in allen Teilen des Kreises die Bedürfnisse der Bevölkerung befriedigt. Zudem gelte es, die Angebote mit anderen Trägern abzustimmen. „Eine Verwaltungsangestellte verwaltet - das ist ihr Job“, umschreibt ein VHS-Mitarbeiter den Unterschied.

In den vergangenen zehn Jahren hat die Zahl der Sport- und Gesundheitskurse stark zugenommen und ist zu einem der wichtigsten, auch hessenweit anerkannten Programmteile der Kreis-VHS geworden.

„Viel Lärm um nichts“, nennt Fischbach die Aufregung. Der derzeitige Stelleninhaber sei erstens auch kein Pädagoge und habe zweitens zugesagt, auf Honorarbasis das Kursangebot für das nächste VHS-Semester vorzubereiten.

Für Dr. Mathias ist das nicht ausreichend. In einem Schreiben an den Landrat und VHS-Dezernenten „erwartete“ er von Fischbach, „umgehend eine adäquate Nachbesetzung der pädagogischen Stelle für die Gesundheitsbildung in der VHS vorzunehmen“.

Fischbach ließ den von Dr. Mathias gesetzten Termin für eine Antwort verstreichen. „Die Kursleiter sind nicht meine Ansprechpartner“, sagte der Landrat der OP. Er teilte mit, dass er am morgigen Donnerstag mit der Leiterin der Kreis-VHS, Gabriele Clement, verabredet sei, um den Zwist zu beenden.

Wie das gelingen soll, ist nicht absehbar: Für die Kursleiter um Dr. Mathias ist klar, dass es den Programmbereich Gesundheitsbildung nur mit einem hauptamtlichen pädagogischen Mitarbeiter bei der VHS geben kann; Fischbach verweist auf den Schutzschirmvertrag mit dem Land, der sich mit einer Ausweitung von Personalkosten nicht vertrage.

Inzwischen sind auch die Teilnehmer der aktuell etwa 150 Gesundheits- und Sportkurse aufgeschreckt und fürchten um ihre gewohnten Kurse. Eine Teilnehmerin wandte sich an die Vorsitzenden der im Kreistag vertretenen Fraktionen und bat um Unterstützung. Eine Unterschriftenliste von Kursleitern und Teilnehmern ist außerdem in Vorbereitung. Kernforderung ist: Die pädagogische Stelle muss zurück zur VHS.

VHS-Leiterin Gabriele Clement wollte sich mit Hinweis auf das bevorstehende Gespräch mit Fischbach nicht offiziell äußern.

von Till Conrad

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