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Fischbach: Vertragseckpunkte stehen

Kommunen kaufen Eon Mitte Fischbach: Vertragseckpunkte stehen

Auf Anfrage der OP teilte Landrat Robert Fischbach heute am Rande der Kreistagssitzung mit, dass in den Verhandlungen zwischen Energiekonzern Eon und Kommunen ein wesentlicher Fortschritt hin zur Rekommunalisierung erreicht sei.

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Die Kommunen wollen das Stromnetz von Eon Mitte zurückkaufen.

Quelle: Montage Nicola Ohlen

Marburg. Es geht ums Stromnetz - und darum, dass die Kommunen, die Anteilseigner sind im Gebiet der Eon Mitte AG, dieses Stromnetz wieder zurückholen wollen in die kommunale Hand. „Die kommunalen Aktionäre haben mit den Verhandlungsführern der Eon eine grundsätzliche Einigung über die wesentlichen Eckpunkte der Transaktion gefunden“, verriet Landrat Robert Fischbach (CDU) gestern am Rande der Kreistagssitzung und berichtete über den Sachstand der seit Monaten laufenden Verhandlungen.

„Demnach wird sich der Kaufpreis aus der Bewertung des neutralen Gutachters ergeben. Zudem soll der Vertrieb der Eon Mitte AG bei der Eon verbleiben. Die weiteren Details werden in gemeinsamen Arbeitsgruppen erarbeitet“, führte Fischbach aus, der zu weiteren Details, etwa zum voraussichtlichen Kaufpreis, nichts Näheres sagen wollte.

Die Standorte und Eigentumsstruktur der Eon Mitte AG - für die ganze Grafik bitte aufs Bild klicken:

Die kommunalen Aktionäre prüften derzeit, wie für die rekommunalisierte Eon Mitte in einer neuen, kommunalen Gesellschaft ein eigener Vertrieb aufgebaut werden könne. „Eine neue Strommarke soll entstehen - vielleicht heißt das Unternehmen dann auch wieder EAM, wie es früher hieß, bevor es zu Eon wurde“, sagte Fischbach. Die neue Firma könnte dann Strom mit regionaler Identifikationskraft anbieten und damit an die Tradition der ehemaligen EAM anknüpfen, hoffte der Landrat.

„Die Grundsatzeinigung und die Umsetzung in entsprechende verbindliche Vereinbarungen unterliegen natürlich einem Vorbehalt der Beschlüsse durch die hierfür zuständigen Gremien der Landkreise und der Stadt Göttingen sowie der Finanzierung des Kaufpreises“, sagte Fischbach - finanziert werde das Ganze durch Kredite, die die Kommunen dann in einer dafür gegründeten kommunalen Gesellschaft aufnehmen müssten. Dass dieses Vorhaben mit den Auflagen des Rettungsschirms kollidieren könnte, erwartet Fischbach nicht - das Land habe Zustimmung signalisiert. Die Kredite würden dann durch die Dividende aus dem Stromgeschäft bedient.

Beteiligt an der Unternehmung sind zwölf Landkreise, acht davon in Hessen, die weiteren in Thüringen, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen, sowie die Stadt Göttingen. Diesen kommunalen Anteilseignern gehören derzeit 27 Prozent der Eon Mitte AG - und sie wollen das Unternehmen vollständig übernehmen.

Noch acht Monate Wartezeit

Für die kommunale Seite ist Landrat Robert Fischbach der Verhandlungsführer. Er kündigte an, dass derzeit auch mit den Städten und Gemeinden des Versorgungsgebietes über eine Beteiligung an der „kommunalen Eon Mitte“ verhandelt werde. „Wir sprechen auch mit den regionalen und lokalen Stadtwerken über die Perspektiven einer Zusammenarbeit.“

Da für einen Vollzug der Rekommunalisierung noch viele Details geprüft sowie umgesetzt werden müssten, sei damit zu rechnen, dass es noch sechs bis acht Monate dauert, bis die Eon Mitte AG vollständig den Landkreisen gehört, schätzte Fischbach den zeitlichen Rahmen ein.

Von der Eon Deutschland gab es auf Anfrage der OP keine weiterführenden Informationen zu den Verhandlungen und dem bevorstehenden Verkauf. „Wir führen konstruktive Gespräche mit der kommunalen Seite und sehen die Verhandlungen auf einem guten Weg. Zu Details und einzelnen Prozessschritten in den Verhandlungen äußern wir uns aber nicht“, teilte Pressesprecher Alexander Ihl der OP mit.

von Carina Becker

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