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Filmriss nach ausgiebiger Kneipentour

Mutmaßlicher Randalierer vor Gericht Filmriss nach ausgiebiger Kneipentour

Stark betrunken soll ein junger Mann vor knapp einem Jahr randalierend durch Marburg gezogen sein, Autos und Fensterscheiben beschädigt haben. An die durchzechte Nacht erinnert sich der Beschuldigte nicht mehr.

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Ein 31-Jähriger musste sich wegen sechsfacher Sachbeschädigung und Widerstands gegen die Polizei vor dem Amtsgericht Marburg verantworten.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Ende Februar vergangenen Jahres zog der 31 Jahre alte Beschuldigte nach einer ausgiebigen Kneipentour mit Freunden in den frühen Morgenstunden durch den Norden Marburgs bis zum Parkplatz der Universitätsbibliothek. Auf seinem Weg demolierte der Marburger an etwa neun Orten diverse parkende Wagen, brach laut Anklage mehrere Schranken ab, riss verschiedene Kanaldeckel aus Verankerungen und warf mit diesen Fensterscheiben ein.

Auf dem Parkplatz wurde der 31-Jährige von der alarmierten Polizei aufgegriffen, während er „wie ein Berserker“ auf ein weiteres Auto einschlug, teilte ein Polizist vor Gericht mit. Mehrfach versuchte er sich der Festnahme zu entziehen und zu flüchten. Zur Tatzeit befand sich der Betrunkene im Zustand der „verminderten Schuldfähigkeit“. Während der Verhandlung wegen sechsfacher Sachbeschädigung sowie Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte machte der Angeklagte selber keine Angaben zu den Taten. Über seinen Verteidiger ließ er mitteilen, dass er sich nicht mehr an diese Nacht erinnern könne. „Er hat einen Filmriss, er kann nichts zugeben, woran er sich nicht mehr erinnert“, betonte Rechtsanwalt Thomas Strecker.

„Ich hörte lautes Knallen und Klirren“

Weder wisse er selbst noch die Anklage, ob der junge Mann tatsächlich der Täter war. „So betrunken wie an dem Tag war ich in meinem ganzen Leben noch nicht“, ergänzte der Beschuldigte. Lediglich die letzte Tat, die Beschädigung des Wagens, ist unstrittig. Den geforderten Schadenersatz des Autobesitzers habe der Angeklagte bereits beglichen. Da er zumindest in einem Fall auf frischer Tat ertappt wurde, sei eine Schuld bei den restlichen Vergehen „zwar naheliegend – aber nicht bewiesen“, so der Verteidiger.

Mehrere Zeugen hatten den angeblichen Randalierer auf seiner nächtlichen Tour angetroffen oder aus einiger Entfernung bei seinem Tun beobachtet. „Ich hörte lautes Knallen und Klirren“, teilte einer der Passanten mit. Ob es sich bei dem Verursacher um den Angeklagten handelte, konnte jedoch keiner der Zeugen genau bestätigen. Die von einem Einbruchsalarm und einem Augenzeugen alarmierten Polizisten verfolgten den Randalierer durch die Stadt, griffen den Beschuldigten schließlich auf. Der Alkoholtest ergab einen auffälligen Wert von rund zwei Promille bei dem Mann.

Bereits während der Fahrt zur Ausnüchterungszelle bestritt dieser sein Handeln, leistete Widerstand und musste von den Polizisten „fast schon getragen werden“, teilte einer der Beamten vor Gericht mit.

Die Aufklärung der Anklagepunkte gestaltete sich mangels Tatzeugen schwierig. Um mehr Licht in den undurchsichtigen Fall zu bringen, sollen weitere Zeugen geladen werden. Das Verfahren wird voraussichtlich Ende Januar fortgesetzt.

von Ina Tannert

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