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Feuerwehr-Wohnungen sollen weichen

Brandschützer sauer Feuerwehr-Wohnungen sollen weichen

Mindestens zwei der vier Wohnungen an der Hauptfeuerwache, die noch von Feuerwehr-Angehörigen bewohnt werden, sollen in Büros für das Ordnungsamt umgewandelt werden.

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Die Dienstwohnungen der Feuerwehr befinden sich im Gebäude Erlenring 11 (links hinten) direkt am Gelände der Marburger Hauptfeuerwache.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Bereits seit einigen Jahren gibt es Pläne des Magistrats, die vier Dienstwohnungen der Feuerwehr in der Hauptfeuerwache umzuwidmen und vorwiegend für die Ordnungspolizei nutzbar zu machen. Gegen dieses Vorhaben wendet sich die „Linken“-Fraktion in einem Antrag, über den am Freitag im Marburger Stadtparlament debattiert werden soll. Jetzt werden die Pläne konkreter, wie der Marburger Oberbürgermeister Egon Vaupel der OP bestätigte.

„Wir haben den Wunsch, Diensträume für die Ordnungspolizei in unmittelbarer Nähe von Marburg-Mitte einzurichten“, erläutert Vaupel das vordringlichste Ansinnen des Magistrats. Und dafür sei der Standort der Hauptfeuerwache am Erlenring direkt neben dem sommerlichen „Brennpunkt“ an den Bänken vor der Mensa sehr gut geeignet. In den bisher von der Feuerwehr genutzten Dienstwohnungen könne man eine bessere Kommunikationszentrale einrichten, und zudem gebe es dort auch gute Parkmöglichkeiten für die Kräfte der Ordnungspolizei.

Deswegen ist laut Vaupel im Feuerwehrbedarfs- und Einsatzplan vorgesehen, die Diensträume im Gebäude Erlenring 11 einzurichten, in dem bisher vier Dienstwohnungen der Feuerwehr untergebracht sind. Zudem solle dort auch die Betriebsärztin der Stadt Marburg Räume bekommen. Doch Vaupel sieht auch ein, dass es einen großen Bedarf für Wohnungen für Feuerwehrleute und deren Familien im Umfeld der Hauptfeuerwache gibt.

Und deswegen schlägt er vor, eine der vier Wohnungen, in der es derzeit ein unbefristetes Mietverhältnis gibt, als Feuerwehr-Wohnung zu erhalten. Die Mietverhältnisse in den anderen drei Wohnungen sind bis zum 30. September dieses Jahres befristet.

Mindestens zwei dieser Wohnungen sollen umgewidmet werden und „vielleicht“ auch die dritte, sagte der Oberbürgermeister. Zudem verweist er darauf, dass er Gespräche mit den Eigentümern der umliegenden Immobilien führen will, um Ersatzwohnungen für „Feuerwehrfamilien“ in unmittelbarer Nähe zu schaffen. Denn es sei für die Feuerwehr wichtig, möglichst schnell einsatzbereit zu sein.

Das weiß auch Dirk Bamberger, Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Marburg-Mitte, die von der Hauptfeuerwache zu ihren Einsätzen ausrückt. Die Zeit vom Eingang eines Alarms bis zum Ausrücken soll nicht länger als fünf Minuten betragen und würde aufgrund der Aufgabe der Dienstwohnungen länger als bisher werden - selbst wenn Ersatzwohnungen direkt in der Nähe lägen.

Wache stößt räumlich längst an ihre Grenzen

Das Thema ist ein heißes Eisen, berichtete Bamberger im Gespräch. „Die Stimmung ist sehr angespannt: Es gibt wenig Verständnis für das Vorhaben“, sagt Bamberger. Die Hauptfeuerwache platze sowieso schon aus allen Nähten und es gebe wenig Potenzial für eine räumliche Erweiterung. Angesichts dieser Lage sei es wenig verständlich, dass die Funktionsbereiche der Feuerwehr, zu denen Bamberger auch die Dienstwohnungen zählt, zugunsten des Ordnungsamtes zurückgedrängt würden. Bereits bisher habe sich die Feuerwehr räumlich sehr beschränkt, unter anderem auch um die Dienstwohnungen halten zu können. „Wir sehen ein, dass man in der Innenstadt die Ordnungspolizei unterbringen will“, räumt Bamberger ein. Der Wehrführer versteht aber nicht, wieso man der Betriebsärztin der Stadt nicht woanders Räumlichkeiten zur Verfügung stellen kann. Immerhin räumt er aber ein, dass die Diskussionen bisher immer sachlich geführt worden seien.

Dass es auf dem Gelände der Feuerwache überhaupt Dienstwohnungen für die Feuerwehr gibt, ist Richard Bamberger - dem Großvater des aktuellen Wehrführers - zu verdanken. Dieser plante die Wohnungen beim Neubau der Wache Ende der 50er Jahre direkt mit ein..

Feuerwehrchefin Carmen Werner hofft dass zusammen mit den Stadtoberen eine verträgliche Lösung gefunden wird. „Wir müssen zeitnah und schlagkräftig unsere Leute mobilisieren können“, betont sie.

von Carsten Bergmann

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