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Feuerwehr-Einsatz wird zur Ruhestörung

Anwohner fühlt sich dur Lärm belästigt Feuerwehr-Einsatz wird zur Ruhestörung

Die Alarmierung erfolgte um 2.51 Uhr in der Nacht. Ein Nachbar war auf den schrillen Ton eines so genannten Heimrauchmelders aufmerksam geworden und hatte die Feuerwehr alarmiert. Die rückte mit drei Einsatzfahrzeugen zu dem Mehrfamilienhaus in der Weidenhäuser Straße aus.

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Die Marburger Feuerwehr bittet um Verständnis für nächtliche Motorengeräusche.

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. Vor Ort stellte sich dann glücklicherweise heraus, dass es sich um einen Fehlalarm gehandelt hatte. Das Signal des Rauchmelders wurde ausgeschaltet, wofür sich der Nachbar noch bedankte, wie Carmen Werner, Leiterin der Feuerwehr Marburg, im Gespräch am Freitagmorgen mit der OP berichtete.

Noch im Laufe des Einsatzes wurde Zugführer Steffen Zeidler dann von der Leitstelle über den Anruf eines Anwohners informiert, der sich über den Motorenlärm der Feuerwehrfahrzeuge beschwert und gefragt habe, wie lange der Einsatz denn noch dauere.

Das kam bei den Wehrleuten nicht sehr gut an. „Wir können Ihnen versichern, wir können uns auch etwas Schöneres vorstellen, als unser warmes Bett zu verlassen und unseren Schlaf zu unterbrechen. Wir müssen, ähnlich wie Sie, am anderen Morgen an die Arbeit, in die Uni oder sonst wohin. Und bis wir wieder alles so einsatzbereit haben, damit wir beim nächsten Einsatz IHNEN helfen können, brauchen sich manche überhaupt nicht mehr ins Bett zu legen, da man eh nicht mehr wirklich zur Ruhe kommt“, postete die Marburger Feuerwehr auf ihrer Facebook-Seite.

Beheizte Fahrzeuge dienen als Rückzugsraum

Zugführer Steffen Zeidler zeigte im Gespräch mit der OP durchaus Verständnis für den Ärger des betroffenen Anwohners, machte aber auch deutlich, dass sich der Motorenlärm gar nicht vermeiden lasse. „Während eines Einsatzes können wir die Motoren wegen der sehr komplexen Technik und der damit verbundenen Elektronik nicht abstellen“, erklärt Zeidler.

Insbesondere bei den in dieser Nacht herrschenden tiefen Temperaturen wären andernfalls die Motoren später nicht mehr angesprungen. Die beheizten Fahrzeuge dienten im Winter auch als Rückzugsraum für evakuierte Personen, die so während der Löscharbeiten nicht in der Kälte stehen müssten, ergänzt Zeidler.

„Wir wünschen uns einfach etwas mehr wertschätzendes Verständnis. Es hat sich so eine Vollkaskomentalität entwickelt. Man nimmt die Leistungen der Feuerwehr gerne in Anspruch, aber wenn, dann bitte leise“, sieht Zeidler in dem aktuellen Anlass auch ein generelles Problem. „Wir machen die Arbeit ehrenamtlich, wir machen sie auch gerne, aber solche Seitenhiebe bringen uns nicht weiter“, erklärt der Führer des ersten Zuges.

von Frank Rademacher

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