Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 1 ° Regenschauer

Navigation:
„Feuer und Flamme“ in den Museen

Am 9. Juni „Feuer und Flamme“ in den Museen

Zum fünften „Museumssonntag“ im Landkreis haben 24 Museen von 13 bis 17 Uhr, manche auch darüber hinaus, geöffnet. Sie bieten interessante Einblicke in ein brenzliges Leitmotiv.

Marburg. „Wir werden die reiche Museumslandschaft in unserem Landkreis an diesem Sonntag in besonderer Weise der Öffentlichkeit präsentieren“, sagte Landrat Robert Fischbach - auch zur besonderen Förderung der heimischen Museen und deren ehrenamtlicher Mitarbeiter.

Alle zwei Jahre findet dieser besondere Ausstellungstag statt - und mittlerweile gibt es seit mehreren Jahren ein neues Motto, wie Dr. Markus Morr, Fachdienstleiter für Presse- und Kulturarbeit beim Landkreis, erläutert: „Das Motto zieht sich wie ein roter Faden durch die Ausstellungen. Jedes Museum muss versuchen, den Faden zu diesem Motto zu spinnen - was nicht immer ganz einfach ist“, gibt er zu.

Davon berichtet beispielsweise Günter Krantz vom Naturkundehaus in Damm. „Ich hatte im ersten Moment meine Schwierigkeiten mit dem Thema - aber nachts um 3 bin ich wachgeworden und es gab doch einige Ideen zu dem Thema.“ Gemündet sind diese nicht nur in einer umfangreichen Ausstellung vom Feuersalamander über den Bombardierkäfer bis hin zur Kraft des Feuers in der Natur - sondern auch in einer 30-seitigen Begleitbroschüre. „Wir waren also doch Feuer und Flamme für das Thema“, sagte er.

Richard Kempe, Vorsitzender des Heimatvereins Engelbach, konnte mit seinem Museums-Team einen im Ort ansässigen Hobby-Schmied für den Museumssonntag gewinnen.

Alte Dorfschmiedegeht wieder in Betrieb

Dieser wird auf seiner alten Feldschmiede neben Messern auch Kerzenständer und Gebrauchsgegenstände herstellen - selbstverständlich live. Auch historische Bügeleisen, die mit Glut betrieben wurden, gibt es zu sehen. „Auch die Bewirtung unserer Gäste wird zum Thema passen“, sagte er.

Landrat Fischbach vermutete, es gebe „Feuerwasser“. Aber die Engelbacher haben sich stattdessen für Pizza aus dem Backhaus entschieden.

Etwas ganz anderes gibt es in der Militärgeschichtlichen Sammlung in Stadtallendorf zu sehen, wie Otmar Henkel berichtete: Schall und Rauch, Licht und Schatten sowie Feuer und Flamme seien für die Aufklärung von besonderer Bedeutung gewesen. Vorgestellt werden technische Mittel, die zur Lokalisierung weit entfernter Ziele dienten.

Eine Besonderheit hält das Museum Schwabendorf für die Besucher bereit: „Wir werden an diesem Sonntag unsere alte Dorfschmiede wieder in Betrieb nehmen und sie von diesem Zeitpunkt an in unser Museum integrieren“, erläutert Hans-Jürgen Vincon.

Die denkmalgeschützte Schmiede werde am Museumssonntag von der Stadt Rauschenberg an den Verein übergeben - und dann wird ein ehemaliger Schmied mit seinem mittlerweile 50 Jahre alten „Lehrling“ die Kunst des Schmiedens vermitteln. Zudem bieten die Landfrauen des Dorfes Getränke und Speisen und die örtliche Feuerwehr jeweils Überraschungen gemäß dem Motto „Feuer und Flamme“ an. In anderen Museen steht stellenweise ebenfalls die Feuerwehr im Mittelpunkt, über Brandkatastrophen früherer Zeiten berichten Ausstellungen, eine Sammlung alter Lampen bis zurück ins Mittelalter wird gezeigt - oder im Fokus steht das Feuerlöschwesen in früheren Jahrhunderten. Es wird auch noch eine Broschüre zum Museumssonntag erscheinen, die aber erst im Mai fertig gestellt wird. Mit dieser könne man sich laut Markus Morr einen guten Überblick verschaffen und sie auch an einem anderen Tag besuchen. Denn er weiß: „Es ist unmöglich, alle 24 Museen an einem Tag zu besuchen.“

Museumsbesucherkönnen Preise gewinnen

Übrigens: Es findet auch eine Verlosung statt. In den Museen können Lose für einen Euro gekauft werden - als Preise gibt es beispielsweise Karten für den ZDF-Fernsehgarten oder einen Besuch der Bad Hersfelder Festspiele inklusive Übernachtung im Vier-Sterne-Hotel und vieles mehr zu gewinnen. Der Erlös aus dem Verkauf geht komplett an die Museen.

Die mitwirkenden Museen: Heimatmuseum Amöneburg, Hinterlandmuseum Schloss Biedenkopf, Heimatstube Biedenkopf-Engelbach, Heimatstube Biedenkopf-Kombach, Schartenhof in Biedenkopf-Eckelshausen, Schenkbarsches Haus-Museum in Biedenkopf, Alte Kirche in Dautphetal-Friedensdorf, Dorfmuseum in Ebsdorfergrund-Dreihausen, Regionalmuseum Gladenbach-Weidenhausen e.V., Kleines Dachmuseum in Kirchhain, Heimatmuseum „Zur alten Schmiede“ in Kirchhain-Großseelheim, Ländliches Heimatmuseum in Lahntal-Caldern, Otto-Ubbelohde-Haus in Lahntal-Goßfelden, Naturkundehaus in Lohra-Damm, Museum für Kunst und Kulturgeschichte der Philipps-Universität Marburg, Marburger Haus der Romantik, Heimatmuseum Rauschenberg, Dorfmuseum Daniel-Martin-Haus in Rauschenberg-Schwabendorf, Heimat- und Trachtenstube Mengsberg, Dauerausstellung Junker-Hansen-Turm in Neustadt, Dokumentations- und Informationszentrum/Stadtarchiv in Stadtallendorf, Militärgeschichtliche Sammlung in Stadtallendorf, Archäologisches Freilichtmuseum Marburger Land „Zeiteninsel“ in Weimar-Argenstein, Dorfmuseum Alter Forsthof Oberrosphe in Wetter.

von Andreas Schmidt

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Marburg