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Ferienspaß hoch oben in den Bäumen

OP erfüllt Kindern Wünsche Ferienspaß hoch oben in den Bäumen

Hohe Bäume, schwingende Elemente, jede Menge Hangelseile - und fertig ist der Kletterspaß. Mit viel Geschick und Ausdauer hangelten sich vergangene Woche 22 junge OP-Gewinner durch den Marburger Kletterwald.

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Erstmal schauen, wie es funktioniert – bevor die Kinder selbst klettern durften, wiesen die Trainer sie ein (Fotos im Uhrzeigersinn). Und dann geht‘s los: Emily und Benita haben die erste Plattform erklommen. Über die Planke der Hängebrücke geht‘s von Baum zu Baum, über steile Leitern zur nächsten Plattform. Dabei gilt: Immer gut festhalten.Fotos: Ina Tannert

Marburg. Hoch oben durch grüne Baumwipfel mächtiger Bäume klettern, die sommerliche Landschaft genießen und die eigenen Fähigkeiten bis an die Grenzen austesten - diesen Spaß gönnten sich vergangene Woche 22 Kinder im Marburger Kletterwald.

Hochmotiviert und voller Tatendrang sammelte sich die gut gelaunte Truppe bei bestem Kletterwetter im Schatten der hoch gewachsenen Eichen - die Kinder konnten es kaum erwarten, mit dem Aufstieg zu beginnen.

Zuerst gab es noch eine umfangreiche Einweisung und Erklärung der Sicherheitsregeln von Trainerin Alex Borchert. Gemeinsam mit ihren Kollegen zeigte sie den Kindern Funktionsweise und Handhabung der Kletterausrüstung. Oberste Regel: es müssen immer beide Karabiner an den Halte- und Sicherheitsseilen rund um die Bäume befestigt werden, bevor der Kletterer in Aktion tritt. Für festen Halt sorgt dabei das Sicherungssystem „Smart Belay“. Dieses ist so konzipiert, dass einer der beiden Karabiner blockiert und so lange geschlossen bleibt, bis der zweite befestigt wurde - so wird ein versehentliches Aushängen verhindert. Wichtiger Tipp vom Coach: „Wenn ihr Hilfe braucht, einfach laut ,Trainer‘ rufen. Wir sind immer in der Nähe“, schärfte Trainerin Alex den kleinen Kletterfans ein.

Mit bunten Schutzhelmen, stabilen Gurten und Sicherungsseilen ausgerüstet, übte die Gruppe erste, noch wackelige Schritte und Kletterversuche auf dem Anfängerparcours und machte sich mit der ungewohnten, luftigen Materie vertraut. Zusehens wurden die Kinder sicherer und geschickter. Viele hatten bereits Klettererfahrung, gingen selbstsicher ans Werk und fühlten sich auf den Plattformen der verschiedenen Bäume schnell wohl.

Es dauerte nicht lange, da marschierten die Jungen und Mädchen schließlich auf eigene Faust los und eroberten die hohen Bäume und Kletterbahnen. Die Regeln und ausgefeilten Sicherungssysteme des Kletterwaldes erlauben auch den jungen Teilnehmern ab 1,65 Metern Greifhöhe beziehungsweise etwa 1,40 Meter Körperhöhe, sich eigenverantwortlich durch den Park zu bewegen. Dieser besteht aus sieben verschiedenen Kletter-Parcours, aufgeteilt in unterschiedliche Schwierigkeitsgrade. Von leichten Kletterpartien wie der „Zugspitze“ und „Ayers Rock“, über den „Mont Blanc“ und „Kilimandscharo“ bis hin zur Königsdisziplin, dem „Mount Everest“, der nur für die wenigsten jungen Kletterfans geignet war. „Der ist über 12 Meter hoch, das war eine echte Herausforderung“, staunte etwa Amelie aus Stausebach.

Mit Feuereifer stürzten sich die Kinder auf die Leitern und verschwanden in den teilweise über acht Meter hohen Wipfeln der Bäume. Große und kleine Plattformen rund um die Stämme bildeten die einzelnen Stationen. Dazwischen lud eine breite Palette an unterschiedlichen Elementen zum fröhlichen Klettern und Turnen ein. Zwischen schwingenden Holzplanken und Bohlen, Kletterseilen oder Hindernissen erprobten die Kinder ihre Geschicklichkeit und Körperbeherrschung. Begeistert balancierten sie auf langen Stahltrossen, hangelten sich an dicken Seilen entlang, fuhren in großen Eimern stehend von Baum zu Baum und wichen geschickt den Hindernissen aus.

Wenn es mal nicht weiterging oder zu schwer wurde, halfen die Trainer umgehend aus, die immer in Rufweite im Wald parat standen und die Klettermaxe im Auge behielten. Besondere Ausdauer bewiesen unter anderem die Brüder Johannes und Moritz aus Weimar, die hoch motiviert auch die schwierigsten Strecken in perfekter Teamarbeit absolvierten. Johannes hat schon Erfahrung mit Klettertaktik und Geschicklichkeitsübungen gemacht. „Ich bin schon oft geklettert, es macht jedes mal Riesenspaß“, erzählte der Neunjährige begeistert. Routiniert und mit viel Geduld begleitete er seinen kleinen Bruder und brachte Moritz die Kunst des Kletterns bei. Der furchtlose Sechsjährige scheute keine Mühen und meisterte die schwierige Hangelstrecke mit Hilfe von Coach Johannes mit Bravour. „Das war super und ist gar nicht so schwer“, freute sich Moritz.

„Das war einfach super heute“

Über zwei Stunden hangelten sich die Kinder von Plattform zu Plattform und bezwangen die Streckenabschnitte mit großem Spaß. Lautes Lachen schallte ständig durch den Wald. Mit lautem Geschrei sausten die Kinder mit der Seilrutsche wieder auf den Waldboden zurück, um gleich den nächsten, noch höheren Abschnitt in Angriff zu nehmen. „Das ist das Beste daran“, grinste die siebenjährige Johanna nach einer Rutschpartie. Angefeuert wurden die Teilnehmer von den stolzen Eltern, die das bunte Treiben vom Boden aus beobachteten und über die Kondition ihrer Sprösslinge staunten.

Nur das Wetter wollte nicht so recht mitspielen. Mitten in der größten Kletteraktion machte ein Wolkenbruch dem Spaß vorzeitig ein Ende. Wer gerade nicht unter dem besonders dichten Blätterdach unterwegs war, wurde durchnässt. Doch der Heiterkeit tat dies keinen Abbruch. „Das war einfach super heute“, fasste die neunjährige Tamara das besondere Naturerlebnis fröhlich zusammen.

von Ina Tannert

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