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Feiern wie unter Freunden

Mittsommerfest Feiern wie unter Freunden

Beim Fest im Northampton-Park tanzten die Gäste, wie es in Schweden Tradition ist, um eine Mittsommerstange.

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Brigitte Knobl (links) tanzt mit Gästen einen skandinavischen Kreistanz, während ein kleines Orchester der Marburger Musikschule für musikalische Begleitung sorgt.

Quelle: Freya Altmüller

Marburg. Amelie Herdam bindet große und kleine gelbe Blüten zusammen. Nur noch ein paar Zentimeter, dann kann die Neunjährige sich den Kranz auf den Kopf setzen. Die Blumen sind wie alles hier kostenlos. Denn auf dem Mittsommerfest des Deutsch-Schwedischen Freundschaftsvereins Marburg gilt das Prinzip der Gastfreundlichkeit. „Wie unter Freunden in Schweden“, erklärt der Vorsitzende Lothar Hofmann. Gemeinsam mit anderen Schwedenliebhabern hat er den Verein vor drei Jahren gegründet. Seitdem veranstaltet er jedes Jahr ein Mittsommerfest, das den 21. Juni als den längsten Tag mit der kürzesten Nacht feiert. Am Samstag wurde der Tag im Northampton-Park an der Lahn nachgefeiert.

Traditionell wird um eine Mittsommerstange getanzt, ein gefällter Baum, der von Vereinsmitgliedern mit Blättern, Zweigen und Wildblumen verkleidet wird. Bevor er fertig ist, tanzt Vorstandsmitglied Brigitte Knobl schon mal mit ein paar Gästen um einen kleineren Baum. Dazu spielt ein kleines Orchester der Marburger Musikschule. Knobl duzt die Gäste, wie es in Schweden üblich ist. Ihre Vereinskollegin Hilde Rektorschek erklärt, dadurch gebe es in dem skandinavischen Land eine größere Vertraulichkeit. Beispielsweise unterhielten sich an der Supermarktkasse die unterschiedlichsten Menschen miteinander.

Um einen Einblick in die schwedische Kultur zu geben, veranstaltet der Verein regelmäßig Lesungen, von Astrid Lindgren, über Selma Lagerlöf bis hin zu Tove Jansson. Sie finden für Erwachsene in der Kulturloge, für Kinder im Mütterzentrum oder im Mehrgenerationenhaus statt.

Lindgren sei den meisten Deutschen nur als Kinderbuchautorin bekannt, dabei sei ihr Werk weitaus umfangreicher, betont Vorsitzender Hofmann. Es gehe dem Verein aber auch darum, ein Bild des echten Schweden zu vermitteln, auch mit seinen Problemen, abseits der Bullerbü-Romantik. Er selbst hat ein Haus in der Nähe von Vimmerby, dem Geburtsort von Lindgren.

„Zum Mittsommerfest werden Matjeshering mit Dillkartoffeln, gekochte Wurst und Erdbeeren mit Schlagsahne gegessen“, erklärt Hofmann.

Hildegard Hoßnofsky hat die Wurst an Ikea erinnert. Die Nürnbergerin hütet gerade das Haus ihres Bruders, der das Mittsommerfest im Urlaub in Schweden verbringt und wollte sich gerne selbst einen Eindruck machen. „Ich bin begeistert von der kulturellen Vielfalt.“

von Freya Altmüller

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