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Faszination Eisenbahn im Mini-Format

Modellbahnbörse Faszination Eisenbahn im Mini-Format

Die Marburger Modellbahnfreunde bauten mit Kollegen aus Lollar eine große Anlage in der Evangeliumshalle auf.

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Die Besucher staunten über die Anlage, auf der viele Züge verkehrten. Fotos: Martina Koelschtzky

Wehrda. „So viel Platz hat man ja sonst nie“, sagt Uwe Bohländer vom Modellbahn- und Eisenbahnfreunde Club Marburg (MEC) begeistert. Seit Donnerstag hatten die Modellbahnfreunde in der Evangeliumshalle eine große Eisenbahnlandschaft entstehen lassen. Die Anlagenteile sind als Module gebaut, so konnten die Marburger ihre Stücke auch mit denen des Partnervereins aus Lollar zusammenbauen, der wie immer mit von der Partie war. Im nächsten Jahr ist die Ausstellung in Lollar, dann reisen die Marburger dort an.

Und natürlich können die Eisenbahnfreunde auf so einer großen Fläche auch viel längere Züge fahren lassen. „Der längste Zug hier hat 28 Wagen, das ist schon wie in der Wirklichkeit“, freut sich Sebastian Nicolai, der bei der Ausstellung Fahrdienstleiter für den Hauptbahnhof der Anlage ist. Sein Führerstand für die Steuerung der Züge sieht einem echten Kontrollstand schon sehr ähnlich.Nicht nur in den originalgetreuen Zügen und Wagen steckt viel Arbeit: Die meiste Zeit verbringen die Clubmitglieder damit, die Landschaften möglichst naturgetreu zu gestalten, berichtet Bohländer.

An der Darstellung eines großen Industriebetriebes am Streckenrand habe der Erbauer mit Unterbrechungen acht Jahre gearbeitet, berichtet er. In der Miniaturlandschaft findet sich alles, was in der Region auch „draußen“ zu sehen ist: Fachwerkhäuser, landwirtschaftliche Anwesen, Industriebauten und Steinbrüche, Gewässer oder eine Schafherde neben dem Bahndamm. Bei der Ausstellung gibt es an der Strecke natürlich vor allem große Augen von kleinen und großen Besuchern.

Längst sind die Modellbahnfreunde im digitalen Zeitalter angekommen. „Heutige Modelle lassen sich über Smartphone oder Tablet-PC steuern, auf dem Bildschirm hat man dann einen Lokführerstand mit allen Hebeln und Anzeigen“, erklärt der Vorsitzende des MEC, Tobias Kaletsch.

Bis zum Fahrgeräusch und dem Dampfausstoß der Lokomotiven könne man alles digital regeln. „Die Technik fasziniert dann auch Jüngere, denn wie alle Vereine haben wir die Schwierigkeit, den Funken an die junge Generation weiterzugeben“, sagt er. Zudem sei es für Kinder und Jugendliche schwer, bei den schulischen und anderen Anforderungen die Zeit für ein so aufwändiges Hobby zu finden. Umso mehr freut er sich über vier neue Mitglieder in der jüngsten Zeit.

Neben der großen Anlage konnten die Besucher auch viele Modelle erwerben: Elf große Aussteller boten alles vom kultigen Klassiker bis zu modernster Modellbahntechnik an. „Die Ansprüche sind gewachsen“, sagt Kaletsch. Moderne Werkstofftechnik ermögliche viel mehr Details. Und so konnten Vereinsmitglieder wie Besucher im Kleinen die Faszination Eisenbahn ganz nah erleben. Nur anfassen war nicht erlaubt.

von Martina Koelschtzky

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