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Fast 23000 Euro für die Nepalhilfe

Terra Tech Fast 23000 Euro für die Nepalhilfe

Die nach den Vorstellungen des Gießener Stadttheaters gesammelten Spendengelder kommen nun den Opfern des Erdbebens in der Himalaya-Region zugute.

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Mitarbeiter des Stadttheaters übergaben die Spende an (untere Reihe, von links) Frank Beutell, Immanuel Jacobs und Vorstand Eberhard Völzing von Terra Tech.Foto: Stephan Scholz

Gießen. Ziemlich genau zwei Monate ist es her, dass ein Erdbeben die Himalaya-Region erschütterte. Bei der Naturkatastrophe vom 25. April starben 8600 Menschen. Mehr als 20000 Personen wurden verletzt, rund 500000 Häuser zerstört. Fast vom ersten Tag an hilft die Marburger Hilfsorganisation Terra Tech den Betroffenen in der Region. Um diese Arbeit zu unterstützen, haben die Mitarbeiter des Stadttheaters in den vergangenen vier Wochen nach den Vorstellungen Spenden gesammelt. Dabei kamen 22 949 Euro zusammen, die am Freitag übergeben wurden.

„Wir sind sprachlos angesichts dieser Summe“, sagte Immanuel Jacobs, Geschäftsführer von Terra Tech. Die Katastrophe auf den Philippinen - nach der sich das Theater ebenfalls engagiert hatte - sei gerade vorbei gewesen, da habe in Nepal bereits die nächste angestanden. Jacobs bezeichnete es als Glück, dass die Organisation dort bereits seit langem über einen zuverlässigen lokalen Partner verfügt.

Mit dem International Fellowship Nepal (INF, die OP berichtete) haben die Marburger in den vergangenen Jahren insgesamt 38 Krankenstationen in schwierig erreichbaren Regionen von Nepal mit Solarstrom und Kühlschränken versorgt. Keines dieser Zentren sei durch das Beben zerstört worden, sodass Strom und gekühlter Impfstoff zur Verfügung stehen.

Der lokale Partner habe sich zudem unmittelbar nach der Katastrophe gemeldet. 72 Stunden später war das erste Geld in der Himalaya-Region, so dass die Hilfsmaßnahmen unmittelbar begonnen werden konnten. „Inzwischen haben wir sehr viele Menschen versorgt“, berichtete Jacobs. Von der Erstversorgung ist man mittlerweile zur Aufbauhilfe übergegangen, die allerdings Monate oder Jahre dauern könne.

„Das eigentliche Problem in Nepal ist die Infrastruktur“, erläuterte Projektmitarbeiter Frank Beutell, der selbst in der Krisenregion war. Die vielen einfachen Straßen und Wege in der von teils extremen Berghöhen geprägten Region wurden beim Beben zugeschüttet, was die Hilfe schwierig mache. Zudem war der Hauptverkehrsflughafen in Kathmandu nach der Katastrophe völlig überlastet. „Zum Glück haben wir unseren lokalen Partner, der am ersten Tag nach dem Beben ein Ingenieursteam und am zweiten Tag ein Ärzteteam losschickte“, betonte der Projektmitarbeiter.

Etwa 500 Menschen wurden erstversorgt, und als die große internationale Hilfe anlief, verlegten sich Terra Tech und Partner auf die Versorgung der Menschen unter anderem mit Lebensmitteln, Hygieneprodukten und Zelten. „Alle diese Produkte konnten wir vor Ort einkaufen“, erzählte Beutell, der von etwa 100 Tonnen Hilfsgütern sprach.

Momentan konzentriere man sich bei der Krankenversorgung in Nepal auf die Verhinderung von Folgebehinderungen. Dabei geht es beispielsweise um die Nachsorge von Knochenbrüchen, die das richtige Verwachsen sicherstellen soll. Darüber hinaus steht die Errichtung von Notbehelfsschulen an, ergänzte Jacobs, der die Stadttheater-Spende durch eine Co-Finanzierung auf 100 000 Euro zu vervielfachen hoffte und den Spendern zusammen mit Intendantin Cathérine Miville herzlich dankte.

Wer die Arbeit von Terra Tech in Nepal unterstützen möchte, findet Informationen im Internet unter www.terratech-ngo.de

von Stephan Scholz

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