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Fast 10.000 Unterschriften gegen Wasserlieferungen

Protest der Bürger Fast 10.000 Unterschriften gegen Wasserlieferungen

Die Aktionsgemeinschaft „Rettet den Burgwald“ und die Schutzgemeinschaft Vogelsberg haben am Montag im Umweltministerium eine Unterschriftenliste gegen die Lieferung von Fernwasser überreicht.

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Übergabe der Unterschriften-Listen in Wiesbaden (von links): Überbracht von Cécile Hahn und Dr. Anne Archinal nahm Staatssekretärin Dr. Beatrix Tappeser zwei prallgefüllte Aktenordner entgegen.

Quelle: Dr. Hans Otto Wack

Wiesbaden. 9925 Unterschriften gegen eine Steigerung der Liefermengen aus dem Umland in den Ballungsraum sind zusammengekommen. Cécile Hahn, Vorsitzende der Schutzgemeinschaft Vogelsberg, und Dr. Anne Archinal, Vorsitzende der AG „Rettet den Burgwald“, händigten zwei prallvolle Aktenordner mit Listen und Postkarten sowie eine Aufstellung über 1339 Online-Unterzeichnungen aus.

In Vertretung der eigentlichen Adressatin, Umweltministerin Priska Hinz, nahm Staatssekretärin Dr. Beatrix Tappeser die Unterschriftenlisten entgegen. Darüber informierte die Schutzgemeinschaft Vogelsberg am Dienstag in einer Pressemitteilung.

Forderung: Wasser-Eigenversorgung soll gestärkt werden

„Wir sind von dieser Flut an Unterschriften aus Mittel- und Südhessen wirklich überrascht“, sagt Cécile Hahn. Die meisten Unterschriften gegen die Fernwasserlieferungen kämen aus dem Vogelsberg, der nördlichen Wetterau und dem Burgwaldgebiet. Aber auch viele Menschen aus der südlichen Wetterau, dem Landkreis Gießen und dem Rhein-Main-Gebiet hätten unterschrieben. Eine zentrale Forderung der Petition an die Ministerin sei, die Eigenversorgung des Ballungsraumes zu stärken, statt neue Leitungen zu bauen und mehr Grundwasser aus dem Naturraum zu fordern.

„Die Unterschriften sind auch ein klares Votum gegen die neue Fernwasserleitung zwischen dem Zweckverband Mittelhessischer Wasserwerke und den Oberhessischen Versorgungsbetrieben“, sagte die Vorsitzende der Aktionsgemeinschaft Rettet den Burgwald, Dr. Archinal aus Wetter. Sie sprach von einem „völlig überflüssigen Leitungsbau, der dem Naturraum kostbares Grundwasser entzieht und es zur Handelsware degradiert“. Ministerin Hinz sei aufgefordert, als oberste Wasserbehörde den heutigen Fernwasserexport aus dem Naturraum in das Ballungsgebiet zu reduzieren und Wege zur Eigenversorgung zu aktivieren. „Der Klimawandel und sinkende Grundwasserstände sind Realität und lassen für das Umsetzen keinen zeitlichen Spielraum mehr“, sagte Archinal.

Land hat Mitgliedschaft in Arbeitsgemeinschaft gekündigt

Die beiden Vertreterinnen der Naturschutzorganisationen begrüßten, dass das Land einer wichtigen Forderung der Umweltverbände nachgekommen sei und seine Mitgliedschaft in der Arbeitsgemeinschaft Wasserversorgung Rhein-Main gekündigt habe. Diese werde „einseitig im Sinne der Wasserversorgung von der Hessenwasser GmbH & Co KG geleitet“, erklärten die Naturschützer. Nun wolle das Ministerium durch seinen Rückzug seine lange geforderte Neutralität als oberste Wasserbehörde unterstreichen.

„Ich nehme die Forderungen und Anliegen der Unterzeichner der Petition sehr ernst“, sagte die Staatssekretärin Tappeser in einer Stellungnahme zu dem Treffen mit den Naturschutzverbänden. Sie verwies auf das „Integrierte Wasserressourcen-Management Rhein-Main“. Dabei kämen von den kommunalen Vertretern und den Wasserversorgungsunternehmen bis zu den Umweltverbänden alle Akteure an einen Tisch zusammen und erarbeiteten bis Ende 2017 gemeinsame Lösungen. Das Ziel sei ein „fairer Ausgleich und eine Balance zwischen Ökologie und Ökonomie“.

Die Schutzgemeinschaft Vogelsberg und die AG „Rettet den Burgwald“ fühlen sich in ihrer Arbeit bestätigt. Sie wollen mit Schwung in die Verhandlungen um das neue Leitbild für die hessische Wasserwirtschaft gehen, wie Cécile Hahn ausführte.

von Carina Becker

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