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Farbenmeer im Herzen von Marburg

Drohnen-Fotos Farbenmeer im Herzen von Marburg

Der Alte Botanische ­Garten soll künftig nicht mehr vom oberen Pilgrimstein aus erreichbar sein. Stattdessen könnte ein Eingang am Sprachatlas entstehen. Der Freundeskreis "Alter Botanischer Garten" startet indes mit spektakulären Fotos eine PR-Kampagne.

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Herbstflair zwischen Elisabethkirche und Stadthalle: Der Freundeskreis Alter Botanischer Garten hat mithilfe einer Fotodrohne mehrere Luftbilder des Innenstadtparks gemacht. Auch ein Video ist nun veröffentlicht worden.

Quelle: Freundeskreis Alter Botanischer Garten

Marburg. Nach dem Abschluss der Bauarbeiten zur neuen Universitätsbibliothek (UB) soll es am Standort der ehemaligen Frauenklinik keinen direkten Eingang in die Anlage mehr geben. Ein neuer, barrierefreier Zugang werde nahe dem Unigebäude Deutscher Sprachatlas gebaut und die alte, vom neuen Standort 250 Meter entfernte Waschbetontreppe ersetzen. Der Eingang über die Johannes-­Müller-Straße bleibe indes erhalten. Das teilte Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne) im Umweltausschuss vor Weihnachten mit.

An diesen Plänen gibt es Kritik: „Wir lehnen einen neuen Eingang zentral vom Sprachatlas her ab, da das Gartendenkmal zu einem direkten Durchgangsweg zur neuen UB degradiert würde“, sagt Manfred Kionke vom Freundeskreis "Alter Botanischer Garten". Der Verein sehe „keinen nachvollziehbaren Grund“, die sogenannte Behringtreppe - eine Schenkung der Behringwerke anlässlich ihres 75-jährigen Jubiläums - abzureißen. Nach OP-Informationen ist ein geplanter neuer Zugang vom ehemaligen Brauereigelände in den Garten laut Bebauungsplan nicht vorgesehen, Probleme könnte es zudem mit dem Denkmalschutz geben.

Mure soll beseitigt werden

Die Bauarbeiten an der Pilgrimstein-Stützmauer sind indes offenbar besser verlaufen als vom Verein befürchtet, alles sei „sorgsam behandelt“ worden. Allerdings habe es vor kurzem eine Mure (ein Strom aus Schlamm und Gestein) gegeben, deren Beseitigung „unbedingt angegangen werden muss“ (OP-Bericht zur Stützmauer folgt).

Der Freundeskreis hat nun mit Drohnenfotos und einem einminütigen Videorundflug eine Image-Kampagne für den Garten gestartet. Auf den Motiven sind entweder die verschiedenfarbigen Bäume vor der Marburger Silhouette zu sehen oder Ausschnitte des Parks aus der Vogelperspektive.

Der Botanische Garten, dessen jüngerer Bruder seit 1977 auf den Lahnbergen beheimatet ist, gilt seit Jahrzehnten als beliebter Natur-Treffpunkt in der Innenstadt - und diente Fußgängern wie Radfahrern bis zum Beginn der UB-Bauarbeiten auch als Abkürzung von Stadthalle oder Hörsaalgebäude zur Elisabethkirche.

Probleme bereiten in der Geschichte des Gartens immer wieder Grillfeiern, Müll und freilaufende Hunde: Der Garten sei „kein beliebig nutzbares Freizeitgelände“, heißt es vom Freundeskreis, der sich die Erhaltung des wertvollen Gartendenkmals zum Ziel gesetzt hat. „Mangelnde Ehrfurcht der Besucher vor der Natur und den Mitlebewesen, speziell auch vor den lokalen Besonderheiten, war und ist zu beklagen.“

Die Blütezeit im Innenstadtgarten beginnt in der Regel im Februar. Krokusse, Schneeglöckchen, Märzenbecher und Huflattich sind traditionell die ersten Pflanzen, die entlang des Pilgrimsteins in Blüte stehen.

von Björn Wisker

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