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Farbenfrohe Schönheiten aus aller Welt

Landes-Vogel-Schau Farbenfrohe Schönheiten aus aller Welt

Sittiche, Wellensittiche, Kanarienvögel, Wildvögel und Exoten - in Wittelsberg war die ganze Vielfalt der Vogelwelt zu sehen. Rund 800 Besucher kamen zu der Schau.

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Da musste man manchmal schon genau hinschauen, jedes Vögelchen hatte seine Besonderheit. Die Rosetten markierten die Schaugewinner. Der Kanarienvogel der Gattung „gelb intensiv“ (oben) belegte den ersten Platz, der Vogel darunter rangierte unter ferner liefen. Schauleiter Klaus Jung erklärte den Grund. Der Körperbau und die Pigmentierung waren eindeutig schöner. Merkmale, die für den Laien nicht auf Anhieb erkennbar sind.

Quelle: Martina Becker

Wittelsberg. Warum Vögel eine besondere Faszination und eine Art Sammlerleidenschaft auslösen können, konnte man am Wochenende in der Mehrzweckhalle gut nachempfinden. Die kleinen gefiederten Schönheiten strahlen einen ganz eigenen Zauber aus. Gerade wenn Vogelkasten an Vogelkasten steht und das 1200-fach, mag man denken, dass das Hinsehen irgendwann langweilig wird. Das ließ sich keineswegs beobachten. Die Besucher schritten die Reihen ab und schenkten fast jedem der Tiere ihre Aufmerksamkeit.

Für dieses besondere Schauerlebnis sorgten die Ornithologische Interessengemeinschaft Marburg und die Vogelfreunde Salzbödetal und Umgebung.

Von besonderem Interesse waren die Tiere, die am Samstagmorgen von den Preisrichtern ausgezeichnet wurden und gar den Titel Landes- oder Schausieger trugen. An den Käfigen hingen bunte Stoffrosetten. „Je mehr Ringe eine solche Rosette hat, umso höherwertig ist die Auszeichnung“, erklärte Klaus Jung von den Vogelfreunden Salzbödetal und Umgebung.

Insgesamt wurden zehn Landessieger auserkoren. Der Schauleiter erklärte, dass die Veranstaltung unter dem Dach der Vereinigung für Artenschutz, Vogelhaltung und Vogelzucht (AZ) stattfinde und in diesem Jahr für Hessen erstmals gemeinschaftlich von den beiden Mitgliedervereinen aus Marburg und dem Salzbödetal organisiert worden sei. Beide Vereine haben zusammen rund fünfzig Mitglieder.

Auch Ebsdorfergrund war erstmals Gastgeber für diese Landesschau. Schirmherr Bürgermeister Andreas Schulz freute sich sehr über den „internationalen“ Besuch in seiner Gemeinde. „Es ist sehr schwierig, überhaupt geeignete Ausstellungshallen zu finden und auch die daran geknüpften Bedingungen, wie Hygienevorschriften fordern die Ausrichter“, berichtete Heiko Dybus, zweiter Vorsitzender der Ornithologischen Interessengemeinschaft Marburg.

Achtzig Züchter aus ganz Hessen stellten Tiere ihrer eigenen Zucht vor. Die Aufzucht in Gefangenschaft ist Bedingung, auch für die heimischen Wildvögel, wie Rotkehlchen oder Buchfinken. Zeugnis darüber legt bei Vögeln die geschlossene Beringung ab, die den Tieren nur in einem bestimmten Alter angezogen werden kann. Untergliedert war die Schau in die Sparten Sittiche, Wellensittiche, Kanarienvögel, Wildvögel und Exoten - und in zahlreiche Untergruppen. Alle 1200 Tiere wurden den Preisrichtern vorgestellt. Seltene Blickfänge waren Loris aus Südamerika, Australische und Afrikanische Großpapageien. Ein Graupapagei könne schon mal einen Wert von 800 bis 1500 Euro haben, erklärte Jung. Grundsätzlich sei der Antrieb für das Hobby reiner Idealismus. Bei Krankheit der Vögel sind die Züchter meist auf sich alleine gestellt. Tierärzte gäbe es für diese Fälle eher nicht, sagte Dybus. Die monatlichen Vereinstreffen seien daher für den Erfahrungsaustausch eine ganz wichtige Einrichtung.

Um sich fortzubilden, wird bei den gemeinsam Vogelparkbesuchen auch gerne mal hinter die Kulissen, sprich in die Vogelbabystation, geschaut. Nur so könne der hohe züchterische Stand gehalten werden, meinte Jung.

Die kleinen Tiere sahen nicht nur sehr schön aus, auch ihre Namen waren anmutig wie sie selbst. So gab es bei den Exoten beispielsweise aus Afrika den „Blauköpfigen Schmetterlingsfink“, der kaum größer war als ein Schmetterling. Das Malabarfasänchen maß auch nicht wirklich mehr als zehn Zentimeter. Die kleine australische Binsenamadine, ein „Kind“ von Manfred Ullrich, dem AZ Landesvorsitzenden hatte die Preisrichter vollends überzeugt. Das prächtige Vöglein wurde „Bester Exote“ und „Landessieger“.

Die Experten erklärten zudem, dass viele der ausgestellten Tiere mit der Urform nicht mehr viel zu tun hätten. Es seien Mutationen, die weitergezüchtet wurden.

von Martina Becker

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